Psychische Traumata erhöhen Risiko einer Suchterkrankung

Psychische Traumata in der Kindheit erhöhen das Suchtrisiko in späteren Jahren. US-amerikanischen Studien nennen einige Zahlen: Traumatische Erlebnisse in Kindheit oder Jugend erhöhen demnach das Risiko einer Suchterkrankung im Erwachsenenalter um das Dreifache, bei schwerer sexueller Traumatisierung ist es sogar knapp sechsmal höher. Ein Forscherteam des Instituts für Suchtforschung der Universität Amsterdam beschreibt speziell für Alkoholkranke ähnliche Relationen – Menschen, die als Kinder seelische oder körperliche Übergriffe erleben mussten, bilden später häufiger eine klinisch relevante Alkoholsucht aus. Die Amsterdamer Soziologin Willemien Langeland plädiert deshalb dafür, Alkoholabhängige auch auf frühe Traumata zu untersuchen.

PTBS – Schlüssel zum Verständnis des Zusammenhangs von Sucht und Trauma

Zehn bis 50 Prozent der Menschen, die traumatische Erfahrungen machen mussten, entwickeln unmittelbar im Anschluss oder mit einer Zeitverzögerung von bis zu sechs Monaten eine sogenannte Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) oder andere psychische Erkrankungen wie Angstzustände oder Depressionen. Bestimmte traumatische Ereignisse haben deutlich häufiger eine PTBS zur Folge als andere – so leiden Opfer sexueller Gewalt zu 50 Prozent unter diesem Krankheitsbild, während Opfer von Verkehrsunfällen lediglich zu zehn bis 20 Prozent davon betroffen sind. Den meisten PTBS-Patienten kann mit einer psychotherapeutischen Behandlung gut geholfen werden. Komplizierter wird es allerdings, wenn die traumatische Erfahrung nicht auf einem einmaligen Ereignis fußt, sondern – als frühe, komplexe und/oder langanhaltende Traumatisierung tief in die Lebensgeschichte eingebettet ist.

Die psychischen Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung lassen sich in drei grundlegende Kategorien unterteilen: Erinnerungssymptome oder Intrusionen führen die Betroffenen in Alpträumen oder durch zwanghafte Erinnerungssequenzen immer wieder in die als traumatisch erlebte Situation zurück.
Auf diese Belastung reagieren sie mit Vermeidungssymptomen – Verdrängung des Erlebten, psychischem und oft auch sozialem Rückzug. Die mindestens im Unterbewusstsein ständig präsenten quälenden Erinnerungen führen außerdem zu Übererregungssymptomen, die in erhöhter Reizbarkeit und Nervosität, aber auch in körperlichen Reaktionen wie Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Symptomen oder Zittern zum Ausdruck kommen. Ein Suchtrisiko ergibt sich, wenn Betroffene ihre innere Spannung und deren körperliche Symptome durch den Griff zu Alkohol oder anderen Suchtmitteln dämpfen wollen.

Ganzheitliche Behandlung – therapeutische Reise in das eigene Leben

Ein solcher Teufelskreis aus Sucht und Trauma lässt sich meist nur durch professionelle Hilfe unterbrechen, die Alkoholismus oder andere Süchte als behandlungsbedürftiges “Symptom” ebenso im Blick behält wie die lebensgeschichtlich bedingte Grunderkrankung. Die Gesundheitsakademie Schmidbauer ist auch in solchen Fällen mit ihrem ganzheitlichen Behandlungsansatz ein kompetenter und sensibler Partner bei den ersten Schritten in ein neues und selbstbestimmtes Leben.

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Datum: Mittwoch, 14. März 2012 11:14
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