Die Verantwortung der Familie bei der Suchtprävention von Jugendlichen

Alkohol gehört zu unserem Alltag – als das “soziale Glas” mit Freunden und Kollegen, als Teil des persönlichen Entspannungsrituals am Abend, zu Partys und Familienfeiern. Kinder und Jugendliche nehmen daher den Konsum von Alkohol von Anfang an als etwas ganz Normales wahr – das erste eigene Glas Sekt, Wein oder Bier ist für sie auch ein Zeichen des Erwachsenwerdens, das oft auf einer Familienfeier oder dem Tag der eigenen Konfirmation/Jugendweihe mit Billigung Erwachsener getrunken werden darf.

Jugendlicher Alkoholkonsum – Verbote helfen nur bedingt

Gleichzeitig zeigen diverse Studien, dass das Alkohol-Einstiegsalter Jugendlicher in der letzten Dekade kontinuierlich sinkt, exzessive Trink-Rituale (Binge-Drinking) in bestimmten – ausdrücklich nicht über soziale Schichten definierten – Peer Groups regelmäßig eine Rolle spielen und sich der Alkoholkonsum der Mädchen zahlenmäßig dem der Jungen angleicht. Als Motive für den Alkoholkonsum finden sich bei Mädchen und Jungen einige jugendtypische Gemeinsamkeiten – Abgrenzung von den Eltern, Identitätssuche, aber auch das Bedürfnis nach Konformität in der eigenen Clique. Jungen trinken oft, um ihre Männlichkeit zu beweisen, Mädchen eher aus “sozialen” Gründen und im Kontext der Anbahnung von Kontakten zum anderen Geschlecht.

Klar ist – Verbote helfen nur bedingt, das Trinkverhalten Jugendlicher zu steuern. Die eindeutigen gesetzlichen Vorgaben – Bier und Wein ab 16, branntweinhaltige Getränke ab 18 Jahren – werden trotz Androhung relativ harter Strafen oft umgangen.

Kids wünschen sich Verantwortung und Konsequenz der Eltern

Wirksamer und nachhaltiger ist eine Prävention, die aus einem familiären Klima kommt, in dem Alkohol jedoch nicht in den normalen Familienalltag integriert ist und die Eltern dafür klare Regeln formulieren. Grundsätzlich geht es darum, Alternativen zum Alkohol zu schaffen – Kinder und Jugendliche müssen vielfältige Erfahrungen machen dürfen, um eigene Interessen auszubilden sowie Grenzen selbst – und selbstbewusst – zu setzen – und sie müssen dabei von den Erwachsenen begleitet werden.

2007 veröffentlichte der “Stern” Meinungen jugendlicher Leser zum Trinkverhalten ihrer Altersgruppe. Ihr Fazit: Die Ursachen jugendlicher Alkoholexzesse oder Alkoholiker-Karrieren liegt vor allem bei den Eltern. Die Forderungen und Wünsche der Kids in dieser Hinsicht: Werte, Grenzen, Verantwortung der Eltern auch und gerade bei Alkohol.

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Datum: Freitag, 16. März 2012 10:14
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