Frankfurter Jugend-Studie: Höheres Einstiegsalter und rückläufiger Trend bei Alkohol, Nikotin und Drogen

Die Stadt Frankfurt am Main legte jetzt eine aktuelle Studie zum Suchtmittel-Konsum Jugendlicher vor. Demnach verwendet in der hessischen Metropole jeder fünfte Schüler im Alter zwischen 15 und 18 Jahren Alkohol, Tabak oder andere Drogen in riskantem Ausmaß. Ebenso viele befragte Jugendliche bezeichneten sich in der Untersuchung selbst als “abhängig von Drogen”. Gleichzeitig verzichtete jedoch jeder vierte der befragten Jugendlichen im Monat vor der Erhebung ganz auf die genannten Stoffe – im Vergleich zu 2002 ist der Anteil der total abstinenten Schüler damit um zehn Prozentpunkte angestiegen.

Riskanter Alkoholkonsum als Minderheiten-Trend

Frankfurt am Main befragt als einzige deutsche Stadt seit zehn Jahren Jugendliche der genannten Altersgruppe nach ihrem Konsum von Alkohol, Nikotin und Drogen. Die aktuellen Zahlen wurden 2011 erhoben. Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig von den “Grünen” konstatierte jetzt, dass der Konsum von alkoholischen Getränken, Tabak und Cannabis seit 2002 zurückgegangen sei und seit einigen Jahren auf niedrigem Niveau stagniere. Gleichzeitig sei das Einstiegsalter für den Konsum der Suchtstoffe seit dem Beginn der Erhebungen deutlich angestiegen. Vor allem bei Alkohol gebe es allerdings riskante Konsum-Tendenzen. Unter anderem mussten im letzten Jahr 125 Jugendliche wegen einer Alkoholvergiftung stationär behandelt werden. Zwischen den Jugendlichen mit einem problematischem Konsum von Alkohol, Nikotin und Drogen und den völlig Abstinenten gäbe es ein mit 50 Prozent recht großes Mittelfeld mit einem unauffälligen, moderaten Konsumverhalten.

Positive familiäre Situation unterstützt Suchtstoff-Resistenz

Zu ersten Mal belegte die Studie auch den Zusammenhang zwischen der Situation im Elternhaus und dem Konsum von Drogen. Demnach haben Jugendliche, die von ihren Eltern Unterstützung, aber auch das Aufzeigen von Grenzen erfahren, im Monat vor der Untersuchung seltener zu Alkohol, Nikotin und Cannabis gegriffen. Jugendliche, die mit ihrer familiären Situation eher unzufrieden waren, zeigten dagegen eine größere Affinität zu diesen Stoffen.

Gesundheitsdezernentin Heilig thematisierte in ihrem Kommentar zur Studie einen anderen Risiko-Bereich. Durch das Internet seien Jugendliche heute “größeren Gefahren und Risiken ausgesetzt” als zum Beginn der Frankfurter Erhebungen vor zehn Jahren. In der virtuellen Welt kämen sie schnell mit Gewalt, Pornografie und eben auch mit Drogen in Berührung, die auch in diversen Online-Shops erhältlich sind. Zur Drogen-Prävention bei Jugendlichen gehöre demnach auch, dass junge Menschen lernen, diese Risiken zu erkennen, zu bewerten und auch einmal “Nein” zu sagen.

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Datum: Freitag, 10. August 2012 14:57
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