Work-Life-Balance und Burnout-Prävention – Attraktivitätskriterium für Unternehmen

In der Mediendiskussion sind Stress, Burnout sowie die – oft überfällige – Burnout-Prävention in Unternehmen ein Dauerthema. Angesichts dramatisch steigender Ausfalltage und Krankheitskosten durch psychische Erkrankungen wird die Problematik zunehmend nicht nur als individueller oder betriebsinterner sondern ebenso als volkswirtschaftlicher Faktor wahrgenommen.

Mitarbeiterbindung durch Work-Life-Balance

Eine Studie der Bonner Wirtschaftsakademie (BWA), die sich auf Personalmanagement und Führungskräfte-Coachings spezialisiert hat, zeigt jetzt, dass eine realisierte Work-Life-Balance auch ein wichtiges Attraktivitätskriterium für Unternehmen ist. Der Aussage, dass Firmen, die sich darum nicht kümmern, Mitarbeiter verlieren, stimmten drei Viertel der befragten Personal-Experten zu. Für 26 Prozent traf dieses Statement hundertprozentig zu, weitere 52 Prozent bejahten es zum Teil. Burnout-Prävention und Arbeitszeiten, die Raum für Freizeit und Familie lassen, sind damit wichtig für alle Firmen, die Fach- und Führungskräfte an sich binden oder die High Potentials auf dem freien Markt gewinnen wollen.

Die Personaler definierten in diesem Kontext zwei akute Herausforderungen für zeitgemäßes Personal-Management: neben der Work-Life-Balance auch ein effizientes Führungskräfte-Coaching. Problematisch ist hier unter anderem die permanente Überforderung der Manager selbst – in der Befragung gab lediglich ein Viertel an, wenig bis gar nicht unter Dauerstress zu leiden. Für die Studie “Personalmanagement 2012″ wurden 100 Human-Ressources-Manager aus verschiedenen Branchen interviewt.

Junge Mitarbeiter fordern Recht auf Freizeit stärker ein

Vergleichbare Zahlen legten auch die Unternehmensberatungen Kienbaum und Hays in eigenen Studien vor. Demnach sehen 74 Prozent der deutschen Firmen Work-Life-Balance als einen entscheidenden Faktor für die Bindung von Talenten an. In der Praxis sieht es allerdings anders aus: Spezielle Work-Life-Programme oder flexible Arbeitszeiten bieten nur knapp 50 Prozent der Unternehmen.

Bei den Mitarbeitern zeigt sich im Hinblick auf den Umgang mit dem Stress und ihren Forderungen an die Firmen ein Generationenwechsel. Befragte aus den Geburtsjahrgängen 1965 bis 1978 gaben dem Thema Work-Life-Balance einen vergleichsweise geringen Stellenwert. Die sogenannte “Generation Y” – die in den Jahren 1979 bis 1999 geborenen “Digital Natives” – fordert dagegen ihr Recht auf ein Leben neben und außerhalb des Jobs recht deutlich ein.

Was Work-Life-Balance für die Mitarbeiter – in diesem Fall IT-Experten – konkret bedeutet, fanden das Business-Portal CIO und das Magazin “Computerwoche” in einer Branchen-Umfrage heraus: An erster Stelle steht hier Zeit für die Familie und vor allem für die Kinder, limitierte Wochenendarbeit – maximal drei Stunden werden akzeptiert – sowie selbstbestimmte Zeit für eigene “Projekte”.

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Datum: Mittwoch, 20. Juni 2012 11:54
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