Stressfaktor E-Mail – bewusste Steuerung hilft bei Burnout-Prävention

Burnout ist derzeit ein Thema, das starke mediale Aufmerksamkeit genießt – und inzwischen auch als wirtschaftlicher Kostenfaktor gilt. Jetzt veröffentlichte auch die Bundespsychotherapeutenkammer eine eigene Burnout-Statistik. Demnach sind im letzten Jahr die Krankschreibungen wegen Burnout im Vergleich zu 2004 um 1.400 Prozent angestiegen. Basis der Erhebung waren Krankmeldungen mit dieser Diagnose, die bei den gesetzlichen Krankenkassen eingegangen waren.

Den immensen Anstieg der Burnout-Diagnosen führten die Therapeuten unter anderem auf das geringe Ausgangsniveau der Daten sowie ein zunehmendes Bewusstsein für die Problematik zurück. Als Ursachen benannten die Psychologen die üblichen Faktoren – Arbeitsstress, Rollenkonflikte, Unsicherheit des Arbeitsplatzes, aber auch den zunehmenden “Druck zur Selbstverwirklichung im Beruf und im privaten Leben”.

E-Mail-Abstinenz – weniger Stress, mehr Produktivität

Forscher der University of California und der US-Armee gingen das Thema unterdessen von einer anderen Seite an. In einer Mini-Studie wurden einige Probanden für fünf Tage während der Arbeitszeit von ihrem E-Mail-Account abgekoppelt. Das Ergebnis: Die Testpersonen ohne E-Mail-Zugang arbeiteten stressfreier, fokussierter und produktiver.

Die 13 Teilnehmer der Studie wurden für die Zeit des Tests mit Pulsuhren versehen, durch eine Software wurde außerdem ihre Augenbewegungen “gemessen”. Diejenigen, die während der Studie unlimitierten Zugang zu ihren E-Mails hatten, wechselten doppelt so oft – pro Stunde im Durchschnitt 37 Mal – zwischen den verschiedenen Bildschirmfenstern als die “E-Mail-Pausierer”. Gleichzeitig lag ihre Herzfrequenz dauerhaft auf einem Level, das aus physiologischer Sicht “Alarmbereitschaft” induziert. Bei den Vergleichspersonen ohne E-Mail-Zugang variierte der Puls deutlich stärker, was den natürlichen Gegebenheiten näher kommt.

Studienleiterin und Informatik-Professorin Gloria Mark kommentierte, dass sich das Multitasking-Verhalten Angestellter ohne ständigen E-Mail-Zugang deutlich reduziert und ihr Stresspegel damit spürbar sinkt. Die Ergebnisse lassen sich in modifizierter Form auch auf die ständige Erreichbarkeit etwa durch Smartphones übertragen.

Zeitmanagement lässt sich erlernen

Vergleichbare Untersuchungen in der Vergangenheit befassten sich vor allem mit den Folgen der (zu) intensiven digitalen Kommunikation für die Effizienz und Produktivität der Arbeit – dass der Gesundheitsaspekt dabei nicht mehr ausgeblendet wird, ist positiv. Die Dominanz von E-Mail und Co. im Arbeitsalltag führt auf lange Sicht mindestens zu gefühlter Unproduktivität und Fremdbestimmung.

Dass Unternehmen sich in Zukunft darum kümmern, ihre Mitarbeiter von den Schattenseiten der digitalen Welt zu entlasten, kann allerdings kaum erwartet werden. Persönliches Zeitmanagement am Arbeitsplatz – fixe Zeiten für die Kommunikation per E-Mail, regelmäßige Entspannungspausen, die weitgehende Beschränkung des persönlichen Pensums auf die Arbeitszeit – lässt sich erlernen. Das Experten-Team der Gesundheitsakademie Schmidbauer Ihnen hilft dabei ebenso wie bei der Bewältigung gravierender Stress- und Burnout-Symptome.

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Datum: Freitag, 8. Juni 2012 11:52
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