Burnout-Gründe: Falsche Arbeitsorganisation und Führungsfehler

In seiner aktuellen Ausgabe veröffentlichte das “manager magazin” jetzt ein Burnout-Ranking der deutschen DAX-Konzerne. Die Resultate stimmen wenig optimistisch – das “Ausbrennen” am Arbeitsplatz betrifft Mitarbeiter aller Branchen. Trotzdem gibt es zwischen den Unternehmen große Unterschiede – Spitzenreiter beim betriebsinternen Burnout-Risiko sind beispielsweise die Allianz, die Commerzbank sowie die Deutsche Bank mit jährlich bis zu 3.400, 3.200 und 1.900 Burnout-Fällen. Vergleichsweise niedrige Burnout-Raten wurden dagegen Bayer, Volkswagen oder Linde zugeschrieben.

Für die Studie schätzten Gesundheits-Experten der Asklepios-Kliniken die Zahl Burnout-Betroffener in den DAX-Konzernen – Grundlage der Hochrechnung waren die in den Kliniken des Krankenhausbetreibers stationär aufgenommenen Burnout-Patienten aus DAX-notierten Unternehmen. Am stärksten von Burnout betroffen sind demnach Firmen, die seit mehreren Jahren von Umstrukturierungen, Sanierungen und Kürzungen betroffen sind, exemplarisch steht dafür unter anderem der Energiedienstleister Eon.

Positive Unternehmenskultur – Korrektiv für Arbeitsstress

Die allgemeinen volkswirtschaftliche Daten zum Thema “Burnout” sind seit Jahren alarmierend: 2004 waren von je 1.000 Beschäftigten lediglich acht Personen davon betroffen, im Jahr 2010 waren es bereits 72 Burnout-Opfer. In der ersten Jahreshälfte 2011 wurde jede siebente Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wegen Depressionen oder Burnout ausgestellt.

Karriere-Experte Klaus Wehrle konstatierte – ebenfalls im “manager magazin” – dass die Burnout-Problematik in der Wirtschaft bisher trotzdem als “Nicht-Thema” gelte. Gleichzeitig sei laut einer Erhebung des Deutschen Führungskräfteverbandes (ULA) unter 360 Managern – den weitaus meisten Chefs das Burnout-Risiko sehr bewusst. Die Brisanz der Studie liegt unter anderem in der Rangliste der Gründe für den Burnout: “Wachsende Arbeitsverdichtung” und “Termindruck” liegen hier an erster Stelle, unmittelbar danach folgt “fehlende soziale und menschliche Anerkennung durch Führungskräfte”. Im Klartext: Burnout-Ursache in Unternehmen sind oft Führungsfehler.

Arbeitsmediziner und -Psychologen vermuten dies seit langem. Arbeitsstress und Effizienzdruck sind in unserer Arbeitswelt “objektive Größen” – krankmachend wirken sie dann, wenn die Unternehmenskultur nicht als Korrektiv wirkt. Ein “wertschätzender Führungsstil”, “aktives Feedback” sowie eine möglichst hohe Autonomie im eigenen Arbeitsfeld sind wichtige Aspekte der Burnout-Prävention.

Individuelle Achtsamkeit verhindert Burnout

Auf einer individuellen Ebene ist Achtsamkeit – als bewusste Sensibilität gegenüber den eigenen Bedürfnissen und Werten und für körperliche oder seelische Überforderungssignale: Schlaf- und Konzentrationsprobleme, Stimmungsschwankungen, psychosomatische Symptome sowie “emotionale Müdigkeit”.

Ein konsequentes “Nein” zu unlimitierter Verfügbarkeit im Beruf ist ebenso erlernbar wie der Abschied von Perfektionismus oder die Entwicklung von “Ritualen” für persönliche Erfüllung und Genüsse. Das dreiwöchige Präventions- und Therapieprogramm der Gesundheitsakademie Schmidbauer setzt sich und Ihnen unter anderem diese Ziele.

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Datum: Freitag, 1. Juni 2012 9:58
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