Burnout als Prozess – Phasenmodell mit Handlungspielraum

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachtet in ihrer “Internationalen Klassifikation der Erkrankungen” (IDC 2010) einen isolierten Burnout lediglich als eine “Zusatzdiagnose”, die gesundheitliche und im weiteren Sinne auch soziale Probleme “mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung” einschließt. Zur “Behandlungsdiagnose” – inklusive möglicher Krankenhauseinweisungen und versicherungsrechtlicher Konsequenzen – wird ein Burnout erst in Verbindung mit anderen, durch ihn ausgelösten Krankheitsbildern, beispielsweise einer Depression.

Aus diesem Ansatz ergibt sich gleichzeitig ein Prozess-Modell, das zwischen dem Auftreten erster Burnout-Zeichen und einer manifesten Burnout-induzierten Krankheit den Betroffenen und ihren Ärzten Handlungsspielräume eröffnet.

Standard-Diagnose “Burnout” – in der Praxis oft zu statisch

Dass ein Burnout sich schleichend und oft über Monate oder sogar Jahre ausprägt, steht inzwischen außer Frage. Die meisten Burnout- Diagnosen werden seit 1981 jedoch auf Grundlage des “Maslach Burnout Inventory” erhoben, mit dem die beiden US-amerikanischen Psychologinnen Christina Maslach und Susan E. Jackson die Schwere der Symptome auf Basis eines Fragenkatalogs erfassen.

Grundlegende Burnout-Kategorien sind nach Maslach/Jackson “emotionale Erschöpfung” , “Depersonalisierung” – also wachsende Distanz gegenüber dem beruflichen und privaten Umfeld – sowie Mangel an Erfolg und Sinn der eigenen Tätigkeit im Spannungsfeld zwischen äußeren Anforderungen und inneren Ressourcen. Die Grenzen dieses und vergleichbarer Modelle liegen allerdings in ihrer relativen Statik.

Phasenmodell nach Freudenberger/North – Interventionen sind auf jeder Stufe möglich

Herbert Freudenberger – übrigens der Begründer der modernen Burnout-Forschung – und Gail North haben die Entwicklung eines Burnouts dagegen in zwölf Phasen unterteilt, die aufeinander folgen, sich jedoch auch parallel entwickeln können. In den fünf Anfangsstufen wollen die Betroffenen sich selbst und anderen durch extremes Leistungsstreben “etwas beweisen” und vernachlässigen dafür persönliche Bedürfnisse, soziale Kontakte sowie körperliche Überforderungssignale. Freunde, Hobbys oder eigene Werte verlieren an Bedeutung.

Therapeutische Interventionen sind bereits in dieser Phase dringend angeraten. Wenn sie unterbleiben, folgen Verhaltensänderungen, sozialer Rückzug, die Ausbildung von Versagensgefühlen und/oder Ängsten sowie – auf einer eher späten Stufe des Syndroms -klassische Depersonalisierungs-Muster. Gleichzeitig bildet sich ein Zustand innerer Leere aus, die viele Burnout- Opfer durch potentielles Suchtverhalten – Alkohol, Zigaretten, Essen usw. – kompensieren wollen. Spätestens in den letzten beiden Phasen des Syndroms drohen klinisch relevante Depressionen sowie ein völliger Zusammenbruch mit Suizid-Gefährdung.

Die Gesundheitsakademie Schmidbauer unterstützt mit mehr als zehn Jahren Expertise in der Burnout-Therapie Ihren individuellen Ausstieg aus der “Erschöpfungsfalle” in allen Phasen des Syndroms. Zusammen mit Ihnen arbeiten wir dabei an einer neuen Strategie für einen arbeits- und stressgeprägten Alltag, aber auch der Bewältigung seelischer Hintergründe Ihres Burnouts.

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Datum: Freitag, 25. Mai 2012 9:30
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