AXA-Studie: Berufsanfänger befürchten Burnout oder Langeweile

Die AXA-Versicherung hat in einer repräsentativen Studie Berufsanfänger dazu befragt, was sie sich vom ersten Job oder der Arbeitswelt insgesamt erhoffen und welche Schwierigkeiten sie befürchten. Das Fazit im Hinblick auf die Ängste: Frauen befürchten Überforderung im Job sowie Mobbing oder Burnout, Männer machen sich eher über berufliche Unterforderung respektive Langeweile Sorgen.

Für die Studie wurden vom Marktforschungsinstitut “TS Emnid” 500 Berufsanfänger sowie junge Menschen interviewt, die seit maximal drei Jahren im Arbeitsleben stehen.

Berufsanfänger – hoch motiviert und positiv

Fast alle befragten Berufsanfänger bewerten den Job-Einstieg positiv und sind hochmotiviert für ihre künftige Karriere. Jeweils rund 90 Prozent der Interviewten freuten sich über den Start in einen neuen Lebensabschnitt, finanzielle Unabhängigkeit sowie die Chance “neue Menschen kennenzulernen”. Etwa jeder zweite überlegte allerdings, ob die eigene Berufswahl richtig war und wie sicher der neue Arbeitsplatz in Zukunft ist – bei sehr jungen Leuten im Alter bis zu 19 Jahren waren diese Unsicherheiten besonders ausgeprägt.

Frauen zweifeln an ihrer beruflichen Kompetenz – und befürchten Burnout

Spannend waren nicht zuletzt die Diskrepanzen der Selbstwahrnehmung zwischen jungen Männern und jungen Frauen. Letztere befürchten bereits beim Bewerbungsverfahren deutlich öfter, für die Stelle “nicht qualifiziert genug” zu sein, auch Bewerbungsgespräch und/oder Assessment Center sind für Frauen deutlich größere Stress-Faktoren.

Gleichzeitig gaben 44 Prozent der Berufsanfängerinnen an, Angst vor Überforderung und einem späteren Burnout zu haben, 34 Prozent der jungen Frauen fürchten Konkurrenz am Arbeitsplatz, 26 Prozent direktes Mobbing. Junge Männer gehen mit diesen Themen deutlich selbstbewusster um – 33 Prozent von ihnen sorgten sich um Burnout, nur 15 respektive 14 Prozent um kollegiale Rangeleien oder Mobbing. 40 Prozent der männlichen Berufsanfänger – jedoch nur 32 Prozent der Frauen – befürchten dagegen Unterforderung am Arbeitsplatz.

Für das Burnout-Risiko in späteren Jahren sind übrigens – einmal abgesehen von Langeweile oder dem sogenannten “Boreout” – beide “Sorgen-Linien” relevant. Die Interview-Ergebnisse der Männer verweisen nicht nur auf ein gesundes Selbstbewusstsein, sondern auch auf einen recht deutlich ausgeprägten Karrierewillen – zu erwarten ist, dass die heutigen Berufseinsteiger für ihre berufliche Entwicklung all ihre persönlichen Ressourcen nutzen werden. Frauen reflektieren daneben deutlicher den Leistungs- und Karrieredruck in Unternehmen.

Be Sociable, Share!

Autor:
Datum: Freitag, 20. April 2012 9:57
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Burnout-Syndrom

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Kommentar abgeben