Wie entsteht die Sucht nach Alkohol?

Das Gehirn produziert beim Konsum von Alkohol Endorphine.

Was bisher nur vermutet wurde, hat sich laut Wissenschaftlern nun bestätigt: Alkoholgenuss führt im Gehirn zu einer Endorphin-Ausschüttung. Der Konsument fühlt sich glücklich. Bei Alkoholikern geht dieser Effekt noch eine Stufe weiter. Dadurch, dass regelmäßig hohe Dosen an Alkohol durch die Blutbahn strömen, koppelt das Gehirn den Genuss von Alkohol an das Glücksgefühl. Für viele der erste Schritt in die Sucht.

Für die wissenschaftliche Untersuchung wurde eine Gruppe von “starken Trinkern” mit einer Kontrollgruppe von “moderaten Trinkern” verglichen und die jeweilige Endorphinausschüttung gemessen. Zu den “starken Trinkern” gehörte, wer pro Woche mehr als zehn Einheiten Alkohol zu sich nahm. Eine Einheit entspricht zum Beispiel 200 Mililitern Bier, 100 Mililitern Wein oder 20 Mililitern Schnaps. Die Kontrollgruppe für die Untersuchungs trank maximal sieben Einheiten Alkohol pro Woche.

Neue Erkenntnisse über die Neurobiologie der Sucht

Alkohol im Blut führt zur Ausschüttung von Endorphinen. Dies scheint ein Schlüssel bei der Enstehung der Sucht zu sein. Durch die Endorphine wird das Motivations- Belohnungssystem reguliert. Endorphine sind vom Körper selbst produzierte Rauschmittel, die euphorische Gefühle auslösen.

Alkohol dämpft die neuronale Aktivität. Gleichzeitig werden wichtige Botenstoffe im Hirn durch den Alkohol geblockt.
Beides führt dazu, dass sich Menschen unter Alkoholeinfluss zunächst enthemmt und mutiger als sonst fühlen, dann aber müde und schlapp. Gleichzeitig werden viele wichtige Sinneswahrnehmungen getrübt. Die Augenmuskulatur erschlafft, der so genannte Tunnelblick entsteht.
Der Verstand schwindet, da die Moleküle des Alkohols die Nervenzellen lähmen und die Informationsübermittlung behindern. Dafür übernimmt das limbische System, verantwortlich für das Triebverhalten, die Kontrolle.

Alkoholkonsum bewirkt also die Ausschüttung körpereigener Opiate im Belohnungszentrum des Gehirns. Damit liefert die Untersuchung den ersten Beweis, dass Alkohol die Stimmung von Menschen positiv beeinflusst.
Betrunkene sind erst aufgedreht, dann schlafen sie manchmal schlagartig ein. Alkohol wirkt sowohl enthemmend als auch dämpfend.

Bei Alkoholikern führt der Anstieg des Endorphinanteils im Hirn zu einem Gefühl der Trunkenheit. Damit werde die benebelnde Wirkung von Alkohol verstärkt als positiv empfunden. Das würde erklären, wie eine Alkoholsucht entstehe.

Der Alkoholabhängige produziert mit dem Alkohol ein künstliches Glücksgefühl. Dieses wird auch nicht durch die unangenehmen Begleiterscheinungen des Trinkens gemindert. Die erhöhten Endorphin-Werte empfindet er zunehmend als normal.
Ohne die Droge fühlt er sich dagegen schlecht, was ihn motiviert, weiter zu trinken. Ein Teufelskreis. Für suchtgefährdete Menschen ist es schwer, aus dieser Falle herauszukommen.

Zumal Menschen, die Alkohol gut vertragen und zunächst einmal weniger Probleme damit zu haben scheinen, leichter in eine Abhängigkeit geraten als jene, die unter den körperlichen Folgen des Konsums leiden.
Bei gesteigertem, regelmäßigem Konsum kann sich der Körper dem Abbau von Alkohol anpassen, ein Gewöhnungseffekt tritt ein. Wenn dieser Effekt einher geht mit einer Desensibilisierung des vegetativen Nervensystems, kann das zu einer höheren Alkoholresistenz führen.

Wenden Sie sich bei Suchtproblemen an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

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Datum: Dienstag, 29. Oktober 2013 12:25
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