Wann spricht man von Alkoholvergiftung?

Egal ob Fasching oder Oktoberfest, wenn die Massen fröhlich schunkeln, ist oft auch Alkohol im Spiel. So manch einer kennt dabei allerdings sein Limit nicht. Und das kann böse ausgehen. Wo liegt eigentlich die Grenze zwischen harmlosem Trinken und Alkoholvergiftung?

Alter, Geschlecht, Nationalität und auch wie oft jemand trinkt, entscheidet, wie gut Alkohol vertragen wird. Die Unterschiede sorgen auch dafür, dass es keine feste Promille-Grenze gibt, ab der eine Alkoholvergiftung definiert wird.
Angehörige oder Freunde von Alkoholisierten sind oft ratlos, wenn es darum geht, eine Alkoholvergiftung richtig zu erkennen. Hat der Betrunken lediglich etwas zu viel erwischt und schläft nun seinen Rausch aus oder steht er bereits an der Schwelle des Todes? Fließt der Alkohol in Strömen, so ist der Übergang zu einer lebensgefährlichen Vergiftung meist fließend.

Die Folgen sind wohl jedem, der einmal zu tief ins Glas geschaut hat, bekannt: Kopfschmerzen, großer Durst, gerötete Augen und Erinnerungslücken geben Zeugnis davon, dass am Abend davor der Alkohol in Strömen floss. Den Wenigsten ist freilich bewusst, dass diese Anzeichen Folgen einer Alkoholvergiftung sind, wenn auch in abgeschwächter Form. Dabei ist eine Alkoholintoxikation, also eine Alkoholvergiftung, eine der häufigsten Vergiftungsarten überhaupt. Die mitunter tödlich enden kann.

Besonders gefährlich kann eine hochgradige Alkoholvergiftung für Kinder und Jugendliche werden, da ihr Körper erstens weniger Alkohol verträgt und zweitens sie an den Alkohol noch nicht so gewöhnt sind.

Die Symptome

Die Symptome, die Betroffene zeigen, sind sehr divers. Das erste Anzeichen ist meist ein gewisser Realitätsverlust. Die Betrunkenen können Raum, Zeit und sogar ihre eigene Person nicht mehr richtig einordnen. Manche werden gereizt und aggressiv. Es treten Probleme mit Gleichgewicht und Koordination auf. Typisch ist auch der schwankende Gang, den Betrunkene im fortgeschrittenen Stadium zeigen.

Gefährlich wird es, wenn der Körper – durch den Alkohol benebelt – seine Schutzreflexe verliert. Teilweise spüren die Betrunkenen keine Schmerzen mehr. Am Ende dieser Symptomreihe steht dann oft die Bewusstlosigkeit. Im schlimmsten Fall kann es sogar zum Atemstillstand kommen.

Übelkeit und Erbrechen, von denen man gemeinhin denkt, dass sie eine Vergiftung andeuten, müssen nicht zwingend auftreten. Es gibt große Unterschiede, wie schnell jemandem übel wird. Manche erbrechen sehr schnell – und das ist in diesem Fall sogar gut so, denn dann kann über den Magen kein Alkohol mehr absorbiert werden und das alkoholhaltige Gemisch wandert auch nicht weiter in den Dünndarm.

Besser ist aber, es gar nicht so weit kommen zu lassen. So bietet eine solide Essensgrundlage eine wichtige Voraussetzung. Das verzögert die Aufnahme des Alkohols in den Blutkreislauf. Wichtig ist auch die Trinkgeschwindigkeit: Wer es langsam angehen lässt, ist weniger gefährdet. Man kann den Körper aber auch beim Alkoholabbau unterstützen, indem man hin und wieder etwas Süßes zu sich nimmt und damit einem Blutzuckerabfall entgegen wirkt. Beschleunigen lässt sich der Abbau allerdings nicht – er liegt bei circa einer Promille in zehn Stunden.

Haben Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema? Wenden Sie sich an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

Quelle: BRK München

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Datum: Samstag, 9. Januar 2016 10:28
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