Therapiemöglichkeiten für Alkoholkranke

Ohne fremde Hilfe, schaffen nur sehr wenige Alkoholkranke, den Absprung in ein Leben ohne Sucht und Leiden. Die Behandlung wird von den Krankenkassen finanziert, da Alkoholismus eine Krankheit ist. Alkoholmissbrauch fällt allerdings nicht darunter. Es kann 
keiner therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, der mal einen über den Durst getrunken hat. Die im deutschen Sprachraum üblichen Therapieverfahren für Alkoholabhängigkeit werden in den nun folgenden Punkten vorgestellt:
Entgiftung
Die Entgiftung ist streng genommen keine Form der Therapie, sondern sie ist eine medizinische Betreuung nach langem übermäßigen Alkoholkonsum. Die ein bis zwei Wochen 
dauernde Therapie wird von vielen Krankenhäusern und psychiatrischen Kliniken durchgeführt. In der Regel bedarf es keiner Wartezeit oder Genehmigung und der Patient kann die Einrichtung im betrunkenen Zustand aufsuchen. Auch ein Notarzt kann den Transport bei einer akuten Alkoholvergiftung anordnen. Die Behandlungsmethoden der verschiedenen Kliniken sind unterschiedlich; sie bestehen in der Regel aus Bettruhe, medizinischer Überwachung, Behandlung der Entzugserscheinungen und Präventivmaßnahmen zur Verhinderung eines Delirs. Integriert können einige leichte Bewegungs- und Entspannungsübungen und Gesprächsgruppen sein. Die Rückfallquote ohne Weiterbehandlung beträgt nach einer Entgiftung über 95 %.
Langzeittherapie
In speziellen Kliniken erfolgt die klassische Behandlung der Alkoholabhängigkeit stationär in einer Langzeittherapie. Eine Dauer von vier Monaten war 1997 noch die Regel; sechs Monate waren es noch vor einigen Jahren; meist drei Monate sind es zur Zeit, manchmal mit der Möglichkeit einer Verlängerung. Finanziert werden Langzeittherapien von der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) und von den Landesversicherungsanstalten (LVA). Benötigt werden für eine Langzeittherapie ein Sozialbericht, ein medizinisches Gut-achten und eine Genehmigung der Versicherungsanstalt. Bei der Erstellung dieser Unterlagen können Drogenberatungen und die Sozialhelfer einiger Kliniken helfen. Es existieren sehr unterschiedliche Therapiekonzepte in den verschiedenen Kliniken, alle jedoch mit ähnlichen Erfolgsaussichten (etwa 30-60 % Rückfallquote in den ersten Jahren). Das Therapieangebot reicht von Gesprächsgruppen, Sport, Kunst, Musiktherapie, Einzelgesprächen, Suchtaufklärung und Arbeitstherapie bis hin zu Übungen, bei denen die Verrichtungen des täglichen Lebens wieder erlernt werden.
Motivationstherapie
Wer nach einer Entgiftung unschlüssig ist, ob er sich in eine Langzeitbehandlung begeben soll, hat in einigen Kliniken die Möglichkeit, mehrere Wochen lang ohne Suchtmittel zu leben und eine Entscheidung zu treffen. Diese Behandlung – oft Motivationstherapie genannt – wird von Gruppengesprächen, Einzelgesprächen, verschiedenen Körpertherapien und Aufklärung über Suchtgefahren begleitet. In dieser Zeit können außerdem finanzielle und berufliche Schwierigkeiten und Perspektiven geklärt werden. Die Kosten für eine solche Therapie übernimmt die Krankenkasse.
Kurzzeit- oder ambulante Therapie
Nicht jeder Alkoholkranke kann es sich leisten, mehrere Wochen oder Monate lang aus dem öffentlichen Leben zu verschwinden. Berufliche oder familiäre Gründe können dafür sprechen, entweder eine Kurzzeittherapie oder eine ambulante Therapie vorzuziehen. Die folgenden Therapieformen können so durchgeführt werden, dass der Patient entweder sein soziales Umfeld nur für relativ kurze Zeit verlässt oder aber weiterhin zu Hause wohnt, arbeiten geht und ein normales Familienleben führt.
Verhaltenstherapie
Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Trinken ein gelerntes Verhalten ist. Bestimmte Reize, Gefühlszustände oder Umweltbedingungen haben die süchtige Person zum Glas greifen lassen. Das Ziel dieser Therapie ist es, diese Bedingungen zu ergründen und abzuändern. Weil das Gedächtnis die Sucht aber nie vergessen wird, sehen auch Verhaltenstherapeuten keine Chance auf eine Rückkehr zum „normalen Trinken“. Verhaltenstherapie wird auch als eine begleitende Maßnahme während und nach einer Langzeitbehandlung durchgeführt.

(Quelle: Auszüge einer Hausarbeit)

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Datum: Montag, 20. Dezember 2010 13:45
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