Sucht und Lüge

Sucht und Lüge gehen Hand in Hand. Die Lüge kann eine direkte Lüge sein (z.B., „Nein, ich habe nichts getrunken“) oder eine Unterlassungslüge (z.B., dem Arzt verschweigen, dass man trinkt) oder eine Selbstlüge (z.B., „Ich kann ja jederzeit aufhören, wenn ich nur wollte“) oder sie kann die Form der Verniedlichung annehmen (z.B., „ein Gläschen Wein,“ „ein Bierchen“).

Der/die Süchtige kann sein/ihr Suchtverhalten verleugnen (z.B., „Ich habe kein Alkoholproblem“) oder relativieren (z.B., „Ich bin ja kein Penner unter der Brücke“) oder kleinreden (z.B., „Ich trink ja nur mein Feierabendbierchen wie jeder andere auch“).

Die Angehörigen oder das Umfeld können ebenfalls an der Verleugnung teilnehmen (z.B., „Papa ist müde von der Arbeit, deshalb schläft er auf der Couch.“) Die Leugnung kann aktiv sein (z.B. wenn der Partner beim Arbeitgeber anruft und die Süchtige krank meldet, obwohl sie nur einen Kater hat) oder passiv, indem das Offensichtliche nie zur Sprache gebracht wird (der „Elefant im Wohnzimmer“ wird übersehen).

Schließlich wird die Lügenhaftigkeit des/der Süchtigen so korrosiv, dass sie das Vertrauensverhältnis in sozialen Beziehungen (Partnerschaft, Kinder, Arbeitgeber, Freunde) zerstört.

Mit jeder Lüge, die wir uns oder anderen erzählen, schwächen wir uns. Wir erhöhen die Angst, entdeckt zu werden. Wenn wir erwischt werden, bestrafen wir uns durch Scham. Wir verlieren die Selbstachtung und andere verlieren die Achtung. Wir fühlen uns moralisch ausgehöhlt.

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Datum: Freitag, 13. August 2010 11:16
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