Stufen der Sucht, Teil II

Der Weg in die Alkohol- oder Drogensucht ist ein schleichender Prozess, den wir in unserer Serie „Stufen der Sucht“ beschreiben. Nach dem euphorischen Anfangsstadium, das im Teil I behandelt wurde, folgt das kritische Gewöhnungsstadium. Dies ist die Phase, in der der Körper langsam anfängt, sich an die Droge oder den Alkohol zu gewöhnen. Folglich kommt es zu einer Steigerung der Dosis, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Oft kommt es in dieser Phase auch zu Experimenten mit anderen Stoffen, seien es andere Drogen (-kombinationen) oder andere, oft härtere Getränke.

Bezüglich des sozialen Umfeldes ist dies oft die Zeit, in der Konflikte mit der Familie oder dem Arbeitgeber beginnen. Typisch für dieses Stadium sind Vorwürfe und ggf. auch der Versuch, durch Kontrollen das Konsumverhalten zu beeinflussen. Diese Konflikte und Vorhaltungen können einen Rückzug aus den bisherigen sozialen Bezügen einleiten; die Trinkkumpanen, die Kneipe oder die Szene werden zunehmend als „Heimat“ erlebt.

Der Süchtige gerät mit sich selber in einen Konflikt, da er bemerkt, wie die Kluft zwischen seinem erwünschten Selbstbild und der Wirklichkeit immer weiter wird. Die Verantwortung für Probleme und Konflikte werden jedoch eher von sich geschoben und anderen Menschen oder Umständen angelastet. In dem Maße, in dem Vorhaltungen und Konflikte bezüglich des Alkohol- oder Drogenkonsums zunehmen, erscheint der immer häufigere Griff zur Flasche oder zur Droge als „gerechtfertigte“ Antwort. Was kümmern einen die Vorhaltungen der Familie oder des Arbeitgebers, wenn man „zu“ ist? Der Abhängige befindet sich somit in einer Abwärtsspirale in die Sucht.

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Datum: Dienstag, 4. Mai 2010 12:13
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