Reduzierter Alkoholkonsum durch Ehe – allerdings nur bei Männern

US-amerikanische Forscher meldeten jetzt einen positiven Einfluss der Ehe auf das individuelle Trinkverhalten – nachhaltig wirkt sich der Bund fürs Leben in dieser Hinsicht allerdings nur bei Männern aus. Nach einer Scheidung/Trennung sind allerdings beide Geschlechter gleichermaßen durch den Absturz in den Alkohol gefährdet.

An der Untersuchung waren – unter Leitung der Universität von Cincinnati – Wissenschaftler verschiedener US-amerikanischer Universitäten beteiligt. Das Datenmaterial dafür stammte vor allem aus der “Wisconsin Longitudional”-Studie, einer viermaligen Befragung von 2.866 Frauen und 2.439 Männern im Zeitraum zwischen 1957 und 2004. Zusätzlich bezogen die Wissenschaftler 120 Interviews aus kleineren Studien ein, die in den Jahren 2003 bis 2010 entstanden. Den Alkoholkonsum der Probanden beurteilten sie jeweils anhand der Zahl der von diesen monatlich konsumierten Drinks.

Trennung oder Scheidung erhöhen riskanten Alkohol-Konsum

Das Ergebnis: Männer erhöhen durch die Ehe nicht nur ihre Lebenserwartung, sondern trinken weniger Drinks als geschiedene und verwitwete Männer oder strikte Junggesellen. Auch nach einer Heirat sprechen sie dem Alkohol jedoch stärker zu als ihre Ehefrauen. Bei Frauen verhält es sich dagegen genau umgekehrt – verheiratete Frauen konsumieren Alkohol in geringfügig höheren Mengen als ihre langzeitgeschiedenen oder verwitweten Geschlechtsgenossinnen. Das Forscherteam vermutete als Grund dafür, dass viele von ihnen in einem gewissen Maß die Trinkgewohnheiten ihrer Männer übernehmen.

Schlimm wird es für beide Geschlechter jedoch nach einer Trennung oder Scheidung. Unmittelbar danach trinken Männer deutlich mehr Alkohol als in der Ehe. Getrennt lebende oder geschiedene Frauen entwickeln deutlich häufiger eine Alkoholabhängigkeit als Frauen ohne derart manifeste Ehekrise.

Komplexe Ursachen für Suchtgefährdung

Aus unserer Sicht wirken sich bei Verheirateten unter Umständen zusätzlich latente Eheprobleme aus, die beide Partner möglicherweise auch mit Alkohol bekämpfen. Bei verheirateten Frauen dürfte im Hintergrund auch die Doppelbelastung durch Familie und Beruf und damit Alkohol als scheinbarer Stress-Kompensator eine Rolle spielen.

Das Experten-Team der Gesundheitsakademie Schmidbauer behält bei der Therapie von Alkohol-Problemen grundsätzlich die komplexen Ursachen der potentiellen Suchtgefährdung im Auge. In einem ausführlichen Vorgespräch klären wir zusammen mit Ihnen Ihre individuelle Ausgangssituation. Im Rahmen unseres Intensiv-Trainings zur Prävention und Therapie der Alkoholsucht intervenieren wir mit unserer therapeutischen Kompetenz auch bei akuten Lebenskrisen.

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Datum: Montag, 20. August 2012 11:54
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