Psychische Folgen von Alkoholmissbrauch

Eine psychische Störung und Verhaltensänderung, die auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen ist, äußert sich neben dem abnormen Trinkverhalten in psychopathologischen Auffälligkeiten. Betroffene gewöhnen sich daran, Probleme durch Alkoholkonsum erträglicher zu machen, die Verträglichkeit von Alkohol nimmt zu, das Denken kreist zunehmend um Alkohol. Der Betroffene beginnt heimlich zu trinken, oft schon in den frühen Morgenstunden. Psychisch kommt es häufig zu depressiver Verstimmung, Stimmungslabilität und erhöhter Reizbarkeit. Schließlich kann es durch den Kreislauf von Schuldgefühlen und Minderwertigkeitskomplexen zum Suizid (Selbstmord) des Betroffenen kommen. Die Leistungsfähigkeit der Betroffenen nimmt ab; dies zeigt sich in Form von Gedächtnislücken sowie Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen. Da Alkohol eine toxische Wirkung auf das Gehirn hat, kann es nach langjährigem Missbrauch (Abusus) zusätzlich zu einer Wesensänderung kommen (organisches Psychosyndrom).

Welche psychischen Störungen können durch Alkoholmissbrauch entstehen?

Die durch den Alkoholmissbrauch bedingte Hirnschädigung äußert sich auf psychischem Gebiet vor allem

  • in Störungen des Gedächtnisses,
  • in einer allgemeinen Verlangsamung,
  • im Nachlassen der Urteils- und Kritikfähigkeit und
  • in einer Veränderung des Gefühlserlebens mit Enthemmung, Rührseligkeit, zunehmender Gleichgültigkeit.

Auf die Frage, warum jemand suchtkrank wird, ist nur schwer zu antworten. In dem meist mehrere Jahre andauernden Prozess der Suchtentwicklung wirken häufig eine ganze Reihe von Faktoren zusammen. Die Hintergründe lassen sich letztlich nur durch die intensive Auseinandersetzung mit der konkreten Lebensgeschichte des Betroffenen begreifen.

Wissenschaftlich unbestritten ist mittlerweile, dass für die Entstehung der Alkoholkrankheit neben sozialen, psychischen und weltanschaulich deutbaren Teilursachen auch eine physiologische Disposition angenommen werden muss.

Die Auswirkungen der durch Alkohol hervorgerufenen psychischen Veränderungen und Verhaltensänderungen haben oft viele gravierende psychosoziale Folgen. Die Beziehung zum Partner und zu Familienmitgliedern kann durch den veränderten Charakter des alkoholkranken Betroffenen stark gestört sein. Häufig kommt es zu Problemen am Arbeitsplatz bis hin zur Entlassung aus dem Berufsverhältnis. Dies zieht Finanzkrisen und weitere Probleme in der Partnerschaft bis hin zur Trennung mit sich. Der soziale Abstieg ist eingeleitet und der Betroffene versucht, die Probleme durch gesteigerten Alkoholkonsum zu lösen und zu vergessen, was ihn wiederum noch stärker in die Abhängigkeit geraten lässt; ein regelrechter Teufelskreis. Der langjährige chronische Alkoholmissbrauch kann schließlich zur Demenz und zum Verlust der geistigen Fähigkeiten führen.

Manche versuchen psychische Probleme – bewusst oder unbewusst – mit Alkohol selbst in den Griff zu bekommen. Dies gilt besonders für Depressionen, Angsterkrankungen, Störungen des Sozialverhaltens, unbehandelte Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS), Traumatisierungen, Gedanken an den Tod, Selbstverletzungen und Essstörungen. Psychische Erkrankungen können aber auch Folge des Alkoholmissbrauchs sein und diesen verstärken.

Haben Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema? Wenden Sie sich an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

Quelle: AOK

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Datum: Samstag, 16. Januar 2016 12:40
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