Niedersachsen: Niedriges Einstiegsalter für den Konsum von Tabak, Alkohol und Drogen

Eine neue Studie in Niedersachsen förderte Alarmierendes zu Tage. Demnach greifen niedersächsische Schüler bereits mit zwölf Jahren zu Zigaretten und konsumieren Alkohol. Im Durchschnitt sind sie im Alter von 13 Jahren erstmalig betrunken, ein Jahr später probieren sie dann zum ersten Mal auch Cannabis. Das Einstiegsalter niedersächsischer Kinder und Jugendlicher beim Konsum von Tabak, Alkohol und Drogen liegt damit um rund zwei Jahre unter dem Bundesdurchschnitt.

Repräsentative Sucht- und Drogenstudien – auch für Niedersachsen wichtig

Für die Studie befragten die Techniker Krankenkasse, das Deutsche Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) sowie der Suchtberater Wolfgang Kiehl über 1.000 Jungen und Mädchen im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren. Insbesondere das niedrige Einstiegsalter der jungen Suchtstoff- und Drogenkonsumenten bereitet nun den Experten Sorgen. Der DZSKJ-Chef am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Professor Rainer Thomasius, forderte jetzt eine repräsentative Erhebung zum Drogenkonsum in Niedersachsen, wie sie von anderen Bundesländern bereits regelmäßig beauftragt wird, um “passgenaue Präventionsprogramme” anzustoßen.

Die Initiative zu der aktuellen Untersuchung hatte maßgeblich Suchtberater Wolfgang Kiehl als Initiator des Vereins “Suchtmobil” ergriffen, der – früher selbst drogenabhängig – seit neun Jahren mit einem Präventionsmobil durch niedersächsische Schulen tourt. Seine Fragebögen wurden an insgesamt 13 Schulen – vor allem Haupt- und Realschulen in ländlichen Gebieten – von 462 Mädchen und 601 Jungen ausgefüllt. Das Fazit unter anderem: Jeder neunte der Befragten nimmt illegale Drogen und gehört damit zu einer Risikogruppe, die eigentlich Beratungen oder eine Therapie benötigt. Kinder und Jugendliche, die bereits sehr früh angefangen hatten, Tabak zu konsumieren, waren mit ihrem Leben insgesamt weniger zufrieden als ihre nicht rauchenden Schulkameraden. Hyperaktive Jungen mit bereits bestehenden Verhaltensauffälligkeiten sind in besonderem Maße suchtgefährdet. Bei Mädchen erhöht sich das Suchtrisiko außerdem durch Unsicherheit oder emotionale Schwierigkeiten.

Alkohol ist “Einstiegsdroge Nummer Eins”

Professor Thomasius fasste die Ergebnisse so zusammen, dass viele Kinder und Jugendliche schon früh unter starkem innerem sowie Problemdruck litten, eine Rolle spielten hier auch oft schlechte Bildungschancen. Für eine spätere Suchtkarriere sei Alkohol fast immer die “Einstiegsdroge Nummer Eins”, den Jugendlichen sei dabei oft nicht klar, dass Koma-Saufen sowohl zu Gewaltexzessen als auch zu einer Suchterkrankung führen könne.

Aus Sicht der Gesundheitsakademie Schmidbauer präsentiert sich die Alkohol- und Drogenstudie aus Niedersachsen als eine weitere Facette einer Momentaufnahme unserer Gesellschaft, die verdeutlicht, dass potentielle Suchtszenarien weder in den Familien, der Schule noch in der “Peer Group” angemessen wahrgenommen und verhindert werden. Mit unseren Intensivtrainings zur Prävention von Alkoholproblemen verbinden wir nicht zuletzt den Ansatz, dass Sie mit einem erfüllten Leben ohne Suchtaspekte auch in Ihrem sozialen Umfeld und für Ihre Kids als Vorbild wirken werden.

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Datum: Freitag, 26. April 2013 10:25
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