Molekulare Ernährungsforschung: Was der Leber schadet

Prof. Dr. Ina Bergheim (39) hat an der Friedrich-Schiller-Universität Jena soeben ihre Professur für “Modellsysteme molekularer Ernährungsforschung” angetreten. In ihrer Antrittsrede thematisierte sie unter anderem den zunehmenden Alkoholmissbrauch und seine gesundheitlichen Folgen. Die Wissenschaftlerin beschäftigt sich als eine von nur sehr wenigen Forschern in Deutschland mit den ernährungsphysiologischen Folgen des Konsums von Alkohol auf die Funktion der Leber.

Der regelmäßige Konsum von Alkohol gehört für über 80 Prozent der deutschen Wohnbevölkerung zum Leben, die Spanne reicht dabei vom Glas Wein zum Essen bis zu schwerem Alkoholmissbrauch. Statistisch gesehen bringt es jeder Erwachsene hierzulande auf den Konsum von mehr als 130 Litern alkoholischer Getränke. Mindestens bei dauerhaftem Alkoholmissbrauch und Sucht drohen den Betroffenen schwere Gesundheitsschäden.

Alkohol und versteckter Zucker sind potentielle Lebergifte

Im Vortrag von Prof. Dr. Bergheim kam zunächst der Zusammenhang von übermäßigem Alkoholkonsum und Leberschädigungen, beispielsweise Leberentzündungen, der Entwicklung einer Fettleber oder einer tendenziell unheilbaren Leberzirrhose zur Sprache. Gleichzeitig stellte die Ernährungswissenschaftlerin die alkoholbedingten Lebererkrankungen in einen komplexeren Kontext. Als leberschädigend erweist sich demnach nicht nur Alkohol, sondern auch der “chronische Konsum” von verstecktem Zucker in industriell hergestellten Lebensmitteln, der auf Dauer zu ähnlichen Leberschäden wie übermäßiges Trinken führe. Voraussetzung für eine wirksame Prävention von Erkrankungen der Leber ist aus Sicht der Wissenschaftlerin das umfassende Verständnis der molekularen Mechanismen, die zur alkohol- oder nicht-alkoholbedingten Herausbildung einer Fettleber führen.

Mit den gesundheitsschädigenden Wirkungen von Alkohol und Zucker auf Gehirn, Verdauungstrakt und Leber beschäftigt sich die heutige Professorin seit Studentenzeiten. In ihrer Dissertation aus dem Jahr 2002 hatte sie die Rolle alkoholischer Getränke bei der Entwicklung von Speiseröhren- sowie Dünndarmkrebs untersucht. Heute gehört zu ihren Forschungsthemen auch die Erforschung von Stoffwechselerkrankungen im Kindesalter, etwa dem sogenannten “metabolischen Syndrom” mit Symptomen wie Störungen des Fettstoffwechsels, Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes. Wenn in späteren Lebensjahren zu solchen Risiko-Faktoren auch noch der übermäßige Konsum von Alkohol hinzukommt, sind dauerhafte gesundheitliche Schädigungen programmiert.

Alkohol – Gesundheitsrisiko im Kontext verschiedener “Zivilisationskrankheiten”

Aus Sicht der Gesundheitsakademie Schmidbauer spricht die Expertin hier ein Thema an, das auch in unserer Arbeit eine zentrale Rolle spielt. Einmal abgesehen von “sozial entgleistem” Alkoholmissbrauch überlagert sich der regelmäßige Konsum von Alkohol oft mit verschiedenen anderen Gesundheitsrisiken: Bewegungsmangel, Fehlernährung, Stress, kurz – den Auslösern für unsere aktuellen “Zivilisationskrankheiten”. In unseren Intensiv-Trainings zur Prävention von Alkoholproblemen erlernen Sie nicht nur den verantwortungsbewussten Umgang mit dem potentiellen Suchtstoff neu, sondern trainieren mit unserer professionellen Unterstützung auch insgesamt den Einstieg in eine Ihrer Gesundheit förderlichen Lebensweise.

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Datum: Freitag, 29. März 2013 11:52
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