Mecklenburg-Vorpommern: “Vision Zero” als verkehrspolitisches Ziel

Der jüngste Vorstoß in Sachen “Alkoholverbot im Straßenverkehr” kommt aus Schwerin. Am vergangenen Montag trafen sich dort Mecklenburg-Vorpommerns Infrastrukturminister Volker Schlotmann und Vertreter des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) zu einem Strategie-Gespräch. Das Ziel des DVR besteht seit 2007 in der bundesweiten Umsetzung des Konzepts “Vision Zero”. Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern gehört inzwischen zu den offiziellen Unterstützern eines absoluten Alkoholverbots auf bundesdeutschen Straßen.

“Vision Zero” – mehr Sicherheit durch Alkoholverbot und Gurtpflicht

Das Ziel von “Vision Zero” besteht darin, durch ein möglichst sicheres Verkehrssystem Unfälle mit schweren Körperverletzungen oder Todesopfern zu vermeiden. Ausgangspunkt ist, dass Menschen als Verkehrsteilnehmer zwangsläufig Fehler machen – die Gestaltung von Verkehrswegen, Verkehrsmitteln und der entsprechenden Regelwerke müssen hierauf reagieren. Zentrale Maßnahmen für möglichst hohe Sicherheit sind aus Sicht des DVR das Alkoholverbot, angepasste Geschwindigkeiten sowie Durchsetzung der Gurtpflicht für alle Insassen von Kraftfahrzeugen.

Schnittstellen zwischen dem verkehrspolitischen Konzept Mecklenburg-Vorpommerns und der strategischen Zielsetzung des DVR ergaben sich vor allem aus dem Thema Alkoholverbot. Das norddeutsche Bundesland fordert seit längerem die Ausweitung des Alkoholverbots auf alle Autofahrer. Minister Schlotmann betonte im Kontext des Treffens mit dem DVR, dass im vergangenen Jahr Alkohol die zweithäufigste Ursache für Unfälle mit Todesfolge war, woraus sich Handlungsbedarf auch für die Politik ergebe.

Absolutes Alkoholverbot für junge Autofahrer hilft Unfälle vermeiden

Hintergrund der Forderungen nach einem absoluten Alkoholverbot im Straßenverkehr sind die positiven Erfahrungen mit dem Alkoholverbot für Fahranfänger und junge Fahrer bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres. Eine aktuelle Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zeigt, dass in dieser Altersgruppe die Zahl von Schwerverletzten und Unfalltoten bundesweit zurückgegangen ist. Schlotmann wertete dies als ein klares Indiz dafür, dass sich das Alkoholverbot hier positiv auswirkt. Dass der Alkoholkonsum älterer Autofahrer erst nach Überschreiten eines Grenzwertes negative Folgen haben soll, sei nicht erklärbar. Außerdem führten die derzeit gültigen unterschiedlichen Grenzwerte für Alkohol zu “Verwirrung bei den Verkehrsteilnehmern” – ein absolutes Alkoholverbot schaffe dagegen Klarheit und fördere richtiges Verhalten.

Aus Sicht der Gesundheitsakademie Schmidbauer ist eine entsprechende bundesweite Regelung für Verkehrsteilnehmer überfällig – die Politik ist hier sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene gefragt. Auch im Vorfeld einer gesetzlichen Regelung können Sie durch den freiwilligen absoluten Verzicht auf Alkohol am Steuer einen Beitrag für mehr Sicherheit auf unseren Straßen leiten und dann durch Ihr persönliches Vorbild auch als Multiplikator für die Realisierung von “Vision Zero” wirken.

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Datum: Mittwoch, 14. November 2012 11:45
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