Männer leiden anders – und greifen bei Problemen oft zu Alkohol

Medizinstatistiken zeigen, dass Depressionen bei Männern nur halb so häufig diagnostiziert werden wie bei Frauen. Diese Daten verweisen jedoch nicht auf eine größere psychische Robustheit – der Berliner Psychiater Professor Markus Gastpar meinte in einem Interview dazu, dass Männer dazu neigen, Probleme zu maskieren und beispielsweise Depressionen hinter einer aggressiven oder zornigen Fassade zu verbergen. Viele Männer greifen in solchen Lebensphasen außerdem zur Flasche, um sich zu entspannen oder ihre inneren Ängste “wegzutrinken”.

Dieses Verhalten hängt mit unserer tradierten Idee von Männlichkeit zusammen: Schwäche ist nicht männlich und sie auch noch zuzugeben für viele Männer fast unmöglich. Sie holen sich in Krisensituationen oft erst sehr spät professionelle Hilfe, bei Arztbesuchen benennen sie ausschließlich körperliche Symptome. Auch ein behandlungsbedürftiger Alkoholmissbrauch erscheint so leicht als isoliertes Phänomen, dessen möglicher depressiver Hintergrund nicht erkannt wird.
Gleichzeitig sind Männer – unter anderem durch unbehandelte und irgendwann eskalierende psychische Probleme – im Vergleich zu Frauen deutlich stärker suizidgefährdet.

Alkohol – für viele Männer unter anderem Antidepressivum

Viele Männer nutzen Alkohol explizit zur Stresskompensation und als Antidepressivum – das Feierabendbier oder ein Cognac nach einem harten Tag haben gerade bei beruflich engagierten “Leistungsträgern” oft auch diese Komponente, die jedoch nicht zwangsläufig zu Alkoholsucht führen muss. Beim Vorliegen einer unerkannten Depression kann eine solche “Selbstmedikation” mit Alkohol allerdings fatal sein, da dieser negative Stimmungen zusätzlich verstärkt und den Trinkenden auf diese Weise tiefer in die Depression führt, der darauf in vielen Fällen mit der Erhöhung seines Quantums reagiert.

Depressions- und Suchttherapien bei Männern: Zugang zu den eigenen Gefühlen finden

Die Behandlung von Alkoholproblemen ebenso wie von Depressionen erfordert oft einen geschlechtsspezifischen Ansatz. Psychotherapeutische Interventionen bei Frauen zielen oft auf die generelle Stärkung ihres Selbstbewusstseins. Bei vielen Männern geht es dagegen darum, in der Therapie den Weg zu den eigenen Gefühlen wieder freizulegen, zu lernen, diese auszusprechen und damit auch, psychisches Leid und negative Emotionen nicht durch Alkoholkonsum zu überlagern.

Das Experten-Team der Gesundheitsakademie Schmidbauer steht Ihnen bei den ersten Schritten auf diesem Weg sensibel und professionell zur Seite. Wir begleiten Sie bei der Bewältigung von Depressionen, Alkoholabhängigkeit und anderen Süchten mit einem auf Ihre persönlichen Voraussetzungen zugeschnittenen Therapie-Konzept.

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Datum: Mittwoch, 9. Mai 2012 10:23
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