Kosten der Sucht

Süchte jeder Art (Alkohol, Drogen, Medikamente usw.) haben vielerlei „Kosten“ auf vielerlei Ebenen. Hier sprechen wir im Überblick die wichtigsten Bereiche an:

Psychische Ebene: Zu den psychischen und emotionalen Kosten gehören oft die Stimmungslabilität, emotional Abstumpfung, Lügenhaftigkeit, negative Wesensveränderungen (e.g., Unzuverlässigkeit), vermehrte Angst, Aggressionen oder Depressionen bis hin zu Psychosen.

Kognitive (intellektuelle) Ebene: Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, verringerte Kreativität, Verlangsamung des Denkens, Einengung der Interessen, Verlust von Kritik- und Urteilsfähigkeit können als Folgen der Sucht auftreten bis hin zur Hepatischen Enzephalopathie oder zum Korsakow-Syndrom .

Körperliche Ebene: Je nach Suchtmittel, Menge und Dauer des Gebrauchs, persönlicher Empfindlichkeit usw. gibt es viele verschiedene körperliche Folgekosten der Sucht, z.B. Hepatitis, Leberzirrhose, Pankreatitis, Bluthochdruck, HIV/AIDS, Neuropathie usw. Dazu kommen körperliche Verletzungen und Unfälle, die im Zusammenhang mit dem Suchtmittelkonsum stehen. Letztlich zählen auch Tod durch Überdosis oder Suizid zu den körperlichen Kosten der Sucht.

Soziale Ebene: Suchtmittelmissbrauch findet nie in einem sozialen Vakuum statt: Ehen oder Paarbeziehungen gehen in die Brüche, Kinder werden sozial verwaist oder vernachlässigt, Familien zerrissen, gesunde soziale Netzwerke werden zerstört und ungesunde soziale Beziehungsstrukturen werden aufgebaut (z.B. Drogenszene, Prostitution usw.). Obdachlosigkeit, Vereinsamung und sozialer Abstieg stehen oft am Ende einer Suchtkarriere.

Rechtliche Ebene: Führerscheinverlust, Körperverletzungen im Rausch, Betrug, Unterschlagung, Beschaffungskriminalität usw. sind nur einige der möglichen rechtlichen Folgekosten der Sucht. Ein Großteil der Strafverfahren steht im Zusammenhang mit Suchtmittelmissbrauch.

Wirtschaftliche Ebene: Zu den wirtschaftlichen Kosten zählen u.a. Pleiten, Überschuldung, Verlust von Vermögen und Erwerbsfähigkeit, Kosten für Unfälle, Scheidung usw. Dazu kommen erhebliche volkswirtschaftliche Kosten durch den Ausfall von Produktivität, reduzierte Steuer- und Rentenbeiträgen, sowie die Mehrkosten für das Justizwesen, Sozialwesen (z.B., langfristige Kosten für die Betreuung von Kindern von Süchtigen) und Gesundheitswesen (ambulante Therapie, Akutkrankenhäuser und Reha-Kliniken).

Unsere kurze Übersicht macht deutlich, dass Sucht in jeder Form erhebliche und schwerwiegende Folgekosten hat. Es lohnt sich also, den Anfängen zu wehren!

Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie Probleme mit Drogen oder Alkohol haben oder wo Sie Hilfe finden können, rufen Sie uns an: (+49 (0)8563 / 97 78 01 von 8.00 bis 19.00 Uhr. Wir stehen gerne zu einem vertraulichen Gespräch zur Verfügung.

Ihr Team von der Gesundheitsakademie Schmidbauer

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Datum: Mittwoch, 16. Juni 2010 11:53
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