Komasaufen bei Jugendlichen

Immer mehr Jugendliche greifen zur Flasche – mit schlimmen Folgen.

Saufen bis der Arzt kommt: In Deutschland wird Alkohol immer mehr zu einem Problem unter Jugendlichen. Das Bundesamt für Statistik erfasst jährlich rund 23 Tausend Jugendliche, die im Alter von zehn bis 20 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Alarmierend: Seit dem Jahr 2002 hat sich ihre Zahl sogar verdoppelt. Außerdem greifen vermehrt auch Kinder unter zwölf Jahren zur Flasche. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen noch nicht mal um einen Ausrutscher: Auf Partys, in Clubs oder auf der Straße betrinken sich viele Jugendliche vorsätzlich bis zum Umfallen. Verständnisvolle Barbetreiber organisieren dazu die passenden Events: Hoch im Trend liegen zum Beispiel “50-Cent-” oder “Flatrate-Parties”, auf denen die Feierwütigen für einen Fixbetrag frei trinken können. Am nächsten Tag geistern Worte wie “trinkfest”, “dicht”, “Blackout” oder “One-Night-Stand” über den Schulhof. Doch ob Kater oder Koma: Die körperlichen Folgen von Alkoholexzessen in jungen Jahren wiegen schwer.

Die ersten Erfahrungen mit Alkohol können verheerend sein, vor allem wenn sie im sogenannten Komasaufen enden. Manche Jugendliche kennen ihr Limit nicht, sie wollen mithalten, spüren, was der Alkohol mit ihrem Körper anstellt: Wodka wird wie Wasser getrunken, Bier heruntergekippt. Am nächsten Morgen droht im besten Fall ein übler Kater. Im schlimmsten Fall allerdings endet der Alkoholexzess in der Notaufnahme.
In Deutschland sind hochprozentige Getränke, wie zum Beispiel Schnaps oder Whiskey, für Jugendliche unter 18 Jahren verboten. Ab 16 Jahren dürfen Jugendliche jedoch schon Bier, Wein und Sekt trinken.

“In Zusammenhang mit exzessivem Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen wurde der Ausdruck „Komasaufen“ (engl. binge drinking) populär, wobei allerdings die Bedeutung des Begriffes weder im englischen noch im deutschen Sprachraum klar definiert ist.” (Quelle: Wikipedia)

Besorgniserregend sei vor allem, dass die Zahl der Fälle bei den 10- bis 15-Jährigen wieder zugenommen habe, bewertete die Drogenbeauftragte der Bundesregierung die Ergebnisse. Die größte Gruppe der alkoholbedingten Krankenhauspatienten bilden allerdings nach wie vor die 15- bis 20-jährigen jungen Männer mit 670 Alkoholvergiftungen pro 100.000 Einwohner. Die Zahlen in der Altersgruppe haben sich in den letzten zwölf Jahren mehr als verdreifacht. Während es 2000 noch 4726 Fällen gab, waren es im Jahr 2011 bereits 14.239. Generell scheinen Jungs anfälliger für einen übermäßigen Alkoholkonsum zu sein. Sie machten rund 62 Prozent der Behandelten aus, obwohl ihr Anteil in der Bevölkerung in der Altersgruppe nur 51 Prozent beträgt.

Das sogenannte „Komasaufen“, bei dem Jugendliche teilweise bis zur Bewusstlosigkeit Alkohol trinken, birgt große gesundheitliche Gefahren. Alkoholvergiftungen, Hirnschäden, Koma und sogar der Tod des Betroffenen können die Folge sein. Dennoch reißen die Meldungen über junge Leute in der Notaufnahme mit geradezu absurden Alkoholpegeln nicht ab.

Haben Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema? Wenden Sie sich an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

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Datum: Donnerstag, 10. Dezember 2015 10:03
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