“KlarSicht” – Mitmach-Parcours für Jugendliche gegen Nikotin und Alkohol

“KlarSicht” ist ein Präventions-Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Der Mitmach-Parcours wendet sich an Jugendliche von zwölf bis 18 Jahren und thematisiert den verantwortungsbewussten Umgang mit Nikotin und Alkohol. Das Team um “KlarSicht”-Projektleiterin Ingrid Schmitt setzt dabei nicht auf Belehrung, sondern auf spielerisches Lernen und die Kombination des Kursprogramms mit den eigenen Erfahrungen der Kids.

An den Stationen des Parcours geht es beispielsweise darum, wie viel Alkohol in Bier, Wein und Schnaps enthalten ist, die Werbestrategien der Tabak- und Alkoholkonzerne, die jährlichen Kosten des Konsums von Bier und Zigaretten oder um die Möglichkeit, eigene Erfahrungen in einer “Talkshow” auf fiktive Personen zu übertragen. Eine “Rauschbrille” simuliert das Blickfeld, das bei verschiedenen Promille-Zahlen noch vorhanden ist, das “Schülermultiplikatoren-Seminar” informiert über Suchtentstehung und eigene Handlungsmöglichkeiten, wenn Freunde oder Klassenkameraden suchtgefährdet sind.

Interaktive Prävention anhand aktueller Trends

Das interaktive Projekt tourt seit 2006 durch Deutschland – derzeit gastiert es in Hamburg-Harburg. Kreisjugendpfleger und Sozialpädagoge Franz Schaffelt freute sich – nach einer Wartezeit von fast fünf Jahren – nicht nur über hohe Teilnehmerzahlen und großes Interesse an den Schulen, sondern auch darüber, dass die Jugendlichen das Programm wirklich akzeptieren und nicht nur absolvieren, weil der Lehrer es verlangt. Wichtig für erfolgreiche Präventionsarbeit in Bezug auf Alkohol und Nikotin ist laut Schaffelt eine Wissensvermittlung anhand aktuellster Trends, die neue Alko-Pops ebenso zum Thema macht wie die E-Zigarette oder den tatsächlichen Umgang der Teenager mit unseren Alltagsdrogen.

Verantwortungsbewusster Umgang mit dem “Kulturgut” Alkohol

Im Interview sprach Schaffelt unter anderem über die Rolle von Zigaretten als eigentlicher “Einstiegsdroge”, seiner Erfahrung nach beginnen jugendliche Raucher-”Karrieren” beginnen oft bereits im Alter von zwölf Jahren. Als sehr erfolgreich bewertete er in diesem Kontext die Anti-Tabak-Aufklärungskampagnen der letzten Jahre und die Altersbegrenzungen nicht nur in Geschäften, sondern auch an Automaten. Aus Sicht des Sozialpädagogen lässt sich das Konzept allerdings nur bedingt auf alkoholische Getränke übertragen – Bier, Wein und andere Alkoholika seien dafür in Deutschland “viel zu sehr Kulturgut”. Aufklärung in Bezug auf Alkohol müsse daher vorrangig auf den verantwortungsbewussten und risikoarmen Umgang mit dem Suchtstoff orientieren.

Die Lehrer treten am Präventions-Parcours übrigens weitgehend in den Hintergrund. An den Stationen stehen den Jugendlichen neben einem “KlarSicht”-Moderator regionale Ansprechpartner – etwa Vertreter von Polizei und Suchtberatungsstellen – zur Verfügung.

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Datum: Mittwoch, 25. April 2012 10:00
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