Intensivprogramm in Hamburg zur Aktionswoche Alkohol

Vom 25. Mai bis zum 2. Juni 2013 gibt es bundesweit zum inzwischen fünften Mal die Aktionswoche Alkohol. Das Projekt wird von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, der Rentenversicherung, der Caritas sowie von verschiedenen Suchthilfe-Einrichtungen sowie Unternehmen gefördert. Für jeweils eine Woche sollen sich die Kommunen in ihrer Öffentlichkeitsarbeit und mit zahlreichen Aktionen auf die Prävention von Alkoholproblemen fokussieren. Das Programm der Aktionswoche Alkohol wird heute nahezu flächendeckend umgesetzt und findet bei den Bürgern große Resonanz.

Die Aktionswoche Alkohol wendet sich an alle Menschen, zu deren Alltag der Konsum von Alkohol gehört, also an rund 90 Prozent der deutschen Wohnbevölkerung. Rund 9,5 Prozent davon konsumieren Alkohol in riskantem Ausmaß, alkoholabhängig sind mindestens 1,3 Millionen Menschen. Das bundesweite Präventionsprojekt will dabei helfen, einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu fördern, umfassend über Alkoholgefahren informieren und Menschen Unterstützung geben, die bereits unter Alkoholproblemen leiden.

Das Aktions-Programm in Hamburg – flächendeckend, spannend und vergnüglich

Die Hansestadt Hamburg bietet ihren Bürgern im Rahmen der Aktionswoche Alkohol in diesem Jahr eine besonders reichhaltige Agenda. Entsprechende Aktivitäten gibt es in fast allen Stadtteilen, für verschiedene Interessentengruppen und mit einem großen inhaltlichen Spektrum, das von Info-Ständen, der Präsenz in Schulen, Einkaufszentren und Betrieben bis zu Theateraufführungen, ökumenischen Gottesdiensten sowie Vorträgen und Fachkongressen reicht. Auch auf verschiedenen Stadtfesten sind Infostände und interaktive Angebote vorgesehen. Zum Thema “Alkohol und Schwangerschaft” soll es einen Flashmob geben. Im Vergleich zu den eher punktuellen Aktivitäten in vielen anderen Städten, bei denen vor allem die Alkoholprävention bei Jugendlichen im Fokus steht, erleben die Hamburger damit ein Intensivprogramm, das sich der Alkohol-Problematik unter vielen verschiedenen Aspekten widmet und nicht nur aufklärt, sondern auch spannend und vergnüglich ist.

“Frauen und Alkohol” als Schwerpunktthema

Als Scherpunktthema hat sich Hamburg in diesem Jahr für das Thema “Frauen und Alkohol” entschieden. Die Geschäftsführerin der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen e. V., Christiane Lieb, ging in einem Pressestatement davon aus, dass es in Deutschland mindestens 3,5 Millionen Frauen gibt, die Alkohol in einem riskanten Ausmaß zu sich nehmen. In der Präventionsarbeit spielen Frauen dagegen bisher keine große Rolle. Aus landläufiger Sicht ist der klassische Alkoholabhängige bisher weitgehend männlich definiert, nur in der Jugendarbeit spielt die Alkoholprävention bei beiden Geschlechtern eine relevante Rolle. In Hamburg geht es nun einerseits um die Mechanismen der Suchtentstehung bei Frauen in verschiedenen Altersgruppen, aber auch um die Auswirkungen von Alkoholproblemen auf Familien sowie um Möglichkeiten eines aktiven Gegensteuerns.

Aus Sicht der Gesundheitsakademie Schmidbauer zeigt das Programm der Aktionswoche Alkohol in Hamburg exemplarisch, welchen Stellenwert Alkoholprävention in Deutschland heute hat. Noch vor wenigen Jahren wurden Alkoholmissbrauch und Alkoholsucht von der breiten Öffentlichkeit als Randgruppen-Themen angesehen, für die kein allgemeiner Handlungsbedarf bestand. Inzwischen ist das Thema offensichtlich in der “Mitte der Gesellschaft” angekommen. Perspektivisch wird damit auch die soziale Akzeptanz für übergreifende Lösungsansätze geschaffen. Analog zum Thema Rauchen sind beispielsweise auch für Alkohol verbindliche Konsum- und Werberestriktionen sowie eine höhere Besteuerung alkoholischer Getränke denkbar.

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Datum: Freitag, 17. Mai 2013 11:20
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