Innenministerkonferenz will striktere Promillegrenze für Fahrradfahrer

Die Diskussion um striktere Promillegrenzen für Fahrradfahrer schwelt schon lange. Auch Forderungen, diese endlich verbindlich einzuführen, sind nicht neu. Die Innenminister der Bundesländer wollen diese Initiative jetzt offiziell in Angriff nehmen und damit Unfälle bei Radlern reduzieren. Bisher liegt das Limit für Fahrradfahrer bei 1,6 Promille. Radler, die noch mehr getrunken haben, müssen auch heute schon mit Strafen rechnen. Hintergrund der Planung der Innenministerkonferenz sind neue alarmierende Daten des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC).

Im Jahr 2011 erlitten demnach fünf Prozent aller verunglückten Fahrradfahrer einen Unfall unter Beteiligung von Alkohol, insgesamt handelte es sich um 3.725 Personen. Die Anzahl tödlicher Fahrradunfälle unter Alkoholeinfluss wurde durch die ADFC-Statistik nicht benannt. Der ADFC plädierte auch in früheren Stellungnahmen bereits dafür, die absolute Fahruntauglichkeitsgrenze für Fahrradfahrer auf 1,1 Promille abzusenken und damit den für Autofahrer geltenden Regeln anzupassen.

ADFC : Keine identischen Promillegrenzen für Fahrrad- und Autofahrer?

Ein Sprecher des Fahrradclubs erklärte allerdings, dass es auch weiterhin keine völlig identischen Alkoholgrenzen für Rad- und Autofahrer geben sollte, da sich ein Fahrrad nun einmal leichter als ein Auto fahren lässt. Die 1,6-Promille-Regel für Fahrradfahrer gilt derzeit, sofern Fahrradfahrer weder in Unfälle verwickelt sind noch durch eine unsichere Fahrweise auffällig werden. Autofahrer erhalten schon ab Blutalkoholwerten von 0,5 Promille ein Bußgeld, Punkte in Flensburg sowie ein zeitlich limitiertes Fahrverbot. Bei alkoholbedingten Ausfällen greift diese Regel schon ab 0,3 Promille.

Hohe Selbstgefährdung durch Alkohol auf dem Fahrrad

Zu der geplanten neuen Promille-Grenze für Radler ließ die Innenministerkonferenz (IMK) bisher nichts verlauten. Der niedersächsische Innenminister Oscar Pistorius (SPD) sagte in einem Presse-Statement, dass es in der IMK-Initiative nicht nur um das neue Limit geht, sondern auch darum, die landläufige Meinung auszuhebeln, dass Alkohol auf dem Fahrrad weniger gefährlich sei als bei einem motorisierten Fahrzeug. Als Folge davon ließen viele Menschen nach Alkoholkonsum zwar ihr Auto stehen, würden stattdessen aber “zu sorglos” auf ihr Fahrrad steigen. Die Gefährdung für andere Verkehrssteilnehmer durch alkoholisierte Fahrradfahrer sei zwar geringer als durch motorisierte Fahrzeugführer, umso höher sei jedoch ihre Selbstgefährdung.

Aus Sicht der Gesundheitsakademie Schmidbauer unternimmt die IMK mit ihrer Initiative für niedrigere Promillegrenzen auf dem Fahrrad zwar einen sehr positiven Schritt, überfällig sind jedoch einheitliche Regelungen für alle Verkehrsteilnehmer. Alkohol ist bisher die wichtigste Unfallursache auf Deutschlands und Europas Straßen – vor diesem Hintergrund wünschen wir uns “Zero Tolerance” nach einer allgemein verbindlichen Grenze von 0,5 Promille.

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Datum: Dienstag, 21. Mai 2013 11:02
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