Guttempler im Landkreis Diepholz: 27.000 Kilometer für Suchtarbeit und Abstinenz

Aus dem niedersächsischen Landkreis Diepholz wurde jetzt eine Statistik der ganz besonderen Art gemeldet. Die Autoren des Papiers waren die fünf Guttempler-Gemeinschaften der Region. Im vergangenen Jahr betreuten die 100 Mitglieder der regionalen Branchen der international tätigen Organisation insgesamt 308 Personen. 21 davon verhalfen sie außerhalb einer Therapie zu dauerhafter Abstinenz, 334 alkoholabhängigen Patienten legten sie die Teilnahme an Selbsthilfegruppen nahe. Für diese Arbeit waren 98 Beratungen am Telefon sowie 27 Hausbesuche nötig. Für ihre ehrenamtliche Arbeit legten die aktiven Guttempler im Landkreis Diepholz im Jahr 2012 rund 27.000 Kilometer zurück.

Für 2013 planen die Guttempler in Niedersachsen nicht nur die Fortsetzung ihrer alltäglichen Arbeit, die angesichts der wachsenden Alkoholprobleme in unserer Gesellschaft dringend nötig ist, sondern auch eine ganze Reihe von Events, deren Spektrum von einem Selbsthilfegruppen-Erfahrungsaustausch in der Suchtklinik Bassum bis zur Teilnahme an Sozial- und Gesundheitsmessen sowie einem alkoholfreien Herbstball reicht.

Selbsthilfeorganisation für die “Freiheit von persönlichkeitsverändernden Drogen”

Hinter den Guttemplern verbirgt sich eine Selbsthilfe-Organisation, die 1851 in den USA gegründet wurde und heute in über 60 Ländern tätig ist. Seit 1873 arbeitet sie auch in Deutschland und ist hierzulande mit derzeit elf Landesverbänden vertreten, die zahlreiche regionale Selbsthilfegruppen für Alkohol- und andere Sucht-Patienten betreiben. Ihr offizieller Name lautet “IOGT International”.

Zu den Zielen der “International Organization of Good Templars” gehört die Förderung der Abstinenz von Alkohol und anderen Drogen sowie die Förderung von Brüderlichkeit und Frieden in der Welt. Guttempler verstehen sich als politisch ungebunden, religiöse oder weltanschauliche Schranken gibt es in ihrer Arbeit nicht. Als internationale Bildungs-, Kultur- und Friedensorganisation sind sie nicht nur in der Sucht-, Präventions- und Abstinenzarbeit, sondern auch in zahlreichen anderen Arbeitsfeldern, beispielsweise der Entwicklungszusammenarbeit, aktiv. Persönlich haben sich ihre Mitglieder einer konsequent enthaltsamen Lebensweise verschrieben, die sie als “Freiheit von persönlichkeitsverändernden Drogen” definieren.

Soziales Engagement und umfassende Präventionsprogramme

Anders als die “Anonymen Alkoholiker” setzen die Guttempler nicht vordergründig auf die individuelle Suchtbewältigung in der jeweiligen Gruppe, sondern auf soziales Engagement und auf eine möglichst starke Außenwirkung. IOGT International entwickelt dafür umfassende regional- und kulturspezifische Präventionsprogramme, Konzepte zur Konsumreduktion von Alkohol und Drogen sowie Rehabilitationsprogramme für Suchtkranke und ihre Angehörigen. Besonders aktiv ist die Organisation unter anderem in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus suchtbelasteten Familien.

Aus Sicht der Gesundheitsakademie Schmidbauer ist es überfällig, dass die Arbeit von IOGT International stärker ins öffentliche Bewusstsein rückt und in unsere gesamte Infrastruktur zur Bekämpfung von Alkoholmissbrauch und anderen Suchtproblemen einfließt. In unseren Intensivtrainings für ein alkoholfreies und selbstbestimmtes Leben arbeiten wir gemeinsam mit Ihnen nicht nur an bereits manifesten Alkoholproblemen, sondern orientieren auch auf eine umfassendere Präventionsarbeit in Ihrem familiären und sozialen Umfeld.

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Datum: Freitag, 12. April 2013 10:14
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