Gruppenzwang und Alkoholkonsum

Spricht man von Gruppenzwang, ist damit gemeint, dass eine Person ihre individuelle Meinung der Meinung der Mehrheit in einer Gruppe unterordnet und ihr Verhalten an die anderen Gruppenmitglieder anpasst. Gruppenzwang besteht häufig in der Jugendzeit. Um sich den anderen in einer Gruppe anzupassen und nicht negativ aufzufallen, trägt man dieselbe Kleidung wie die anderen, vertritt die dieselben Ansichten oder trinkt Alkohol, weil es die anderen auch machen und cool finden.

Gruppenzwang unter Jugendlichen ist nicht ungewöhnlich. Problematisch wird es jedoch, wenn es dabei zum Konsum von Alkohol kommt.
Wissenschaftliche Studien vertreten die Ansicht, dass Jugendliche beim Konsumieren von Alkohol oder Nikotin entscheidend durch ihre Freunde beeinflusst werden. So kommt es häufig durch Gruppenzwang zu übermäßigem Alkoholkonsum.

In verschiedenen Studien wurde das Suchtverhalten von Jugendlichen untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass Mädchen und Jungen zum Konsum von Alkohol und Zigaretten neigen, wenn ihre Freunde dies auch tun. Vor allem Mädchen unterwerfen sich dem Gruppenzwang.

Eine wichtige Rolle spielen jedoch auch die Eltern. So ergaben die Studien, dass Jugendliche, die sich von ihren Eltern geliebt fühlen, weniger anfällig für Alkohol und Nikotin sind und dem Gruppenzwang leichter widerstehen.

In Deutschland konsumieren jedes Jahr etwa 750.000 Menschen erstmalig Alkohol. Bei rund 10 Prozent ist dies der Anfang für eine Alkoholikerkarriere und so mancher beschränkt seinen Konsum nicht nur auf Alkohol, sondern nimmt auch harte illegale Drogen zu sich.

Für junge Menschen ist häufig Gruppenzwang der Auslöser für den Alkoholkonsum. Gehört ein Jugendlicher zu einer Gruppe oder Clique, die es ganz normal findet Alkohol oder Drogen zu konsumieren, ist es für ihn meist schwer, sich dem Gruppenzwang zu entziehen. Besonders schlimm ist es, wenn der Gruppenzwang die Ursache für den Beginn einer Suchtkarriere ist.

In den meisten Fällen orientieren sich Jugendliche lieber an Gleichaltrigen. In der Clique, die für sie eine Art Familie darstellt, versuchen sie Anerkennung zu finden. Das gilt besonders für Jugendliche, die im Elternhaus oder in der Schule Probleme haben oder über ein schwaches Selbstbewusstsein verfügen. Darüber hinaus wollen sie sich von den Erwachsenen abgrenzen und “cool” und erwachsen wirken.

Da Alkoholkonsum in unserer Gesellschaft anerkannt ist, muss man als Jugendlicher mittrinken, wenn man nicht als Außenseiter gelten will. Aus Angst, von den anderen abgelehnt zu werden, trinken auch Jugendliche Alkohol, die das eigentlich gar nicht wollen.

Bei den meisten Jugendlichen bleibt es beim Ausprobieren, bei anderen setzt sich dieses Verhalten jedoch bis ins Erwachsenenalter fort, manchmal mit schlimmen Folgen für das weitere Leben.

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, ist es also besser dem Gruppenzwang zu widerstehen und sich klarzumachen, dass übermäßiger Alkoholkonsum keineswegs “cool” ist.

Wenden Sie sich bei weiteren Fragen an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

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Datum: Samstag, 14. November 2015 11:19
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