Folgen und Gefahren von erhöhtem Alkoholkonsum

Die Folgen von Alkohol und die Gefahren, die von Alkohol ausgehen, hängen von der Menge und der Häufigkeit des Alkoholkonsums ab: Je mehr und häufiger Sie Alkohol trinken, desto größer ist das Risiko, sich und anderen zu schaden.

Körperliche, psychische und soziale Schäden entstehen in der Regel nicht von heute auf morgen. Vielmehr wird häufiger oder übermäßiger Alkoholkonsum zunächst oft verharmlost. Alkoholmissbrauch wird als solcher nicht erkannt oder aus dem Bewusstsein verdrängt. Insbesondere in Stresssituationen oder bei Konflikten ist es für viele alltäglich, Kummer und Sorgen mit Alkohol »hinunterzuspülen«.

Erhöhter Alkoholkonsum und seine Folgen

»Alkoholmissbrauch« ist – unabhängig von der getrunkenen Menge – jeder Alkoholkonsum, der zu psychischen, sozialen oder körperlichen Schäden führt. Als weitere mögliche Folgen von Alkoholkonsum und Alkoholmissbrauch sind beispielsweise Unfälle im Verkehr oder am Arbeitsplatz, finanzielle Probleme sowie Probleme in Partnerschaft und Familie zu nennen.

Insbesondere Kinder leiden sehr unter dem Alkoholmissbrauch ihrer Eltern. Oftmals kommt es zu Vernachlässigungen, beispielsweise werden kleinere Kinder in alkoholisiertem Zustand nicht ausreichend beaufsichtigt. Größere Kinder spüren sehr deutlich, wenn ein Elternteil oder beide Eltern Alkohol getrunken haben. Sie leben in ständiger Angst und Verunsicherung und müssen oft in den Familien Aufgaben übernehmen, die sie überfordern weil sie dafür noch viel zu jung sind. Häufig werden sie Opfer der durch Alkoholmissbrauch in der Familie ausgelösten elterlichen Gewalt. Alkoholprobleme der Eltern gehen an den Kindern nie spurlos vorbei: Sie haben ein sechsmal höheres Risiko später selbst alkoholabhängig zu werden als Kinder aus Familien ohne Suchtprobleme. Viele entwickeln psychische oder soziale Störungen und haben eine starke Neigung, sich später einen Partner mit Alkoholproblematik zu suchen.

Auch außerhalb der Familie trägt Alkohol vielfach zum Ausbruch von Aggression und Gewalt gegen andere und gegen Sachen bei. So steht mehr als ein Viertel aller einer Gewalttat Verdächtigen nach polizeilichen Erkenntnissen unter Alkoholeinfluss. Ein weiteres Gesicht von Alkoholmissbrauch.

Wenn Alkoholmissbrauch zur Sucht wird

Der Übergang vom Alkoholmissbrauch zur Alkoholabhängigkeit verläuft fließend. »Alkoholabhängigkeit« ist eine Krankheit, bei der sich das Leben zunehmend auf die Droge Alkohol fixiert. In Deutschland sind ca. 1,7 Millionen Menschen alkoholabhängig, bei weiteren rund 1,6 Millionen Bundesbürgern im Alter von 16 bis 64 Jahren liegt Alkoholmissbrauch vor. Insgesamt trinken über 7,4 Millionen so viel Alkohol, dass sie ihre Gesundheit damit gefährden.

Es gibt keine Menge und Häufigkeit, die festlegt, ob eine Alkoholabhängigkeit vorliegt oder nicht. Bei Abhängigen ist Alkohol so wichtig geworden, dass andere Interessen und persönliche Angelegenheiten vernachlässigt werden. Die Tage werden so geplant, dass Alkohol getrunken werden kann. Ein ganz zentraler Hinweis auf eine Abhängigkeit sind wiederholte, erfolglose Versuche, weniger zu trinken bzw. abstinent zu bleiben. Haben Alkoholabhängige einmal damit begonnen zu trinken, fällt es ihnen sehr schwer, maßvoll zu bleiben.

Wenden Sie sich bei Suchtproblemen oder Fragen vertrauensvoll an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

Quelle: “Alkohol? Kenn dein Limit”

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Datum: Samstag, 6. Februar 2016 12:31
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