Fastenzeit: Alkohol-Auszeit mit sozialer Akzeptanz

In der “Welt” erschien am vergangenen Freitag ein spannender Artikel zur Fastenzeit ohne Alkohol. Sein Autor Hans-Mahr, Medien-Manager und bekennender “Gerne-Esser und “Gerne-Trinker”, ist der Herausgeber des Magazins “Falstaff”, das sich edlen Weinen, Kulinarischem und exklusiven Reisen widmet.

Für Hans Mahr gehören Wein und Spirituosen schon aus Genuss-Gründen zum Alltagsleben, die berufliche Seite kommt hinzu. In diesem Jahr hat er sich trotzdem entschlossen, die 40 Tage zwischen Aschermittwoch und dem Osterfest ohne Alkohol zu durchleben. Die ersten Wochen seiner Fastenerfahrung hat er nun in der “Welt” beschrieben – sein Fazit: Der Verzicht auf alkoholische Getränke trifft – anders als im Rest des Jahres – auf soziale Akzeptanz. Körper und Psyche verspüren nach einigen Tagen die positiven Folgen der Enthaltsamkeit. Außerdem vermerkt er – gerade für den Genießer äußerst wichtig – dass seine Geschmacksnerven während der Fastenzeit deutlich sensibler sind und nach ihrem Ende auch für seinen sehr geschätzten Wein regelrecht explodieren werden.

In der Fastenzeit hat der Abstinenzler seine Ruhe

Hans Mahr beschreibt durchaus anekdotisch, dass Asketen oder Abstinenzler zumindest in seiner Lebenswelt nur in der Fastenzeit ihre Ruhe hätten. Ein Politiker, der aus dem österreichischen Weinviertel stammte, hätte ihn irgendwann über die Hintergründe – den “Trick dabei” – belehrt: Außerhalb der Fastentage “nerve” bei einem Abstinenzversuch fast jeder, entweder würde man als krank betrachtet oder mit dem Versuch traktiert, doch wenigstens ein Glas Alkohol zu akzeptieren. In der Fastenzeit würde dies dagegen als “Religionsstörung” gelten, die sich auch in säkular-toleranten Zeiten keiner so leicht traut.

Entgiftung, Abnehmen und intensiverer Genuss

Das erste Schlagwort des Artikels heißt “Entgiftung“. Hans Mahr erklärt, dass er die positiven Seiten des Alkoholverzichts zwar nicht am ersten oder zweiten Tag verspürt. Nach einer Woche ist sein Kopf jedoch “schon beim Aufstehen” merklich klarer, eine Stunde weniger Schlaf ist kein Problem und – etwas ironisch? – auch seine ausgestreckte Hand bleibt ruhig und zittert nicht. Der Internist freut sich auf die besten Cholesterinwerte seit langem, Leber und Kreislauf freuen sich über die Entlastung. Außerdem dürfte das Gewicht des Autors bis zum Osterfest um zwei bis drei Kilogramm gesunken sein.

Wirklich spannend für den Genuss-Experten ist die “Folgewirkung Nummer drei” – in den sechs Fastenwochen ohne Alkohol, die insgesamt wie ein “Spa für den Gaumen” wirken, kann sich das “gesamte Geschmackssystem” erholen. Hans Mahr erschmeckt Gewürze, die ihm sonst verborgen bleiben, genießt Nuancen, die der Weingeschmack sonst überlagert. Der Verzicht auf Alkohol bedeutet für ihn keinen “traurigen Rückzug aus der Genusswelt”, an zwei bis drei Tagen in der Woche isst er trotzdem in guten Restaurants und erlebt dabei ganz neue genießerische Perspektiven. Die Edel-Gastronomie hat sich zum Teil übrigens mit exklusiven Säften auf die Fastenabstinenzler eingestellt, als “Ersatzdroge” bevorzugt Hans Mahr allerdings frischen Zitronensaft und Wasser. Disziplin und Selbstbewusstsein erfordert aus seiner Sicht das alkoholfreie Fasten trotzdem, gleichzeitig lerne er – für die Zeit danach – bei künftigen Anlässen mit Alkohol “einen Gang zurückzuschalten”.

Aus Sicht der Gesundheitsakademie Schmidbauer ist Hans Mahrs Fastenerfahrung eine äußerst spannende Lektüre: Auch wenn dieser sich ausdrücklich nicht für lebenslange Abstinenz entscheiden will, lernt er in dieser Zeit einiges über Genießen ohne Alkohol und die positiven Reaktionen seines Körpers sowie seiner Seele. Auch wir empfehlen regelmäßige Auszeiten von alkoholischen Getränken – in der Fastenzeit oder zu einem selbstgewählten Zeitpunkt. Wenn Sie spüren, dass Sie in Ihrem Alltag mit einer zeitlich limitierten Abstinenz bereits Schwierigkeiten haben, bieten wir Ihnen in unseren Intensivtrainings zur Prävention von Alkoholproblemen einen geschützten Raum für Ihre positive Abstinenzerfahrung.

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Datum: Dienstag, 19. März 2013 10:24
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