Europäische Schülerstudie: Deutsche Jugendliche liegen bei Alkoholkonsum im Spitzenfeld

Die Europäische Union veröffentlichte jetzt die Ergebnisse ihrer ESPAD-Studie 2011. Das “European school survey project on alcohol and other drugs” beschäftigt sich mit dem Alkohol- und Drogenkonsum unter Schülern. Für die 2011 zum fünften Mal erhobene Studie wurden über 100.000 Schüler aus 23 EU-Mitgliedsstaaten und 23 weiteren Ländern interviewt. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 15,8 Jahren.

Das Fazit: Deutsche Schüler trinken – ebenso wie Jugendliche in Tschechien und Island – im europäischen Vergleich überdurchschnittlich häufig Alkohol. 73 Prozent von ihnen greifen mindestens einmal monatlich zur Flasche, in den beiden anderen Ländern sind es 79 respektive 76 Prozent. Dagegen spielt das “episodisch starke Trinken” (Rausch- oder Binge-Trinken) – per Definition der Konsum von mindestens fünf Gläsern alkoholischer Getränke zu einem Trinkanlass – im Vergleich zu früheren Jahren eine kleinere Rolle. Der Konsum illegaler Drogen ist im europäischen Vergleich relativ stabil, einen leichten Aufwärtstrend zeigt allerdings die Anzahl jugendlicher Raucher.

Das erste Glas – europaweit mit 13 Jahren

Jugendliche in Europa konsumieren ihr erstes Glas durchschnittlich im Alter von etwa 13 Jahren, 12 Prozent der Befragten gaben an, zu diesem Zeitpunkt bereits ihren ersten Rausch erlebt zu haben. Bei den “Binge-Trinkern” zeigt sich übrigens eine interessante Relation zwischen dem Trinkverhalten von Mädchen und von Jungen. Frühere ESPAD-Studien stellten fast, dass zwischen 1995 und 2007 die Zahl gelegentlich exzessiven Trinkerinnen von 29 auf 41 Prozent gewachsen war, 2011 lag dieser Wert bei “nur” noch 38 Prozent. Bei den Jungen stieg die Zahl der “Binge-Trinker” im Zeitraum 1995 bis 2007 auf 45 Prozent, im Jahr 2011 praktizierten nur noch 43 Prozent von ihnen diese Form riskanten Trinkverhaltens.

Konsum von Zigaretten und illegalen Drogen – seit 2007 stabil

Der Anteil Jugendlicher, die illegale Drogen konsumieren, lag zwischen 2007 und 2011 dauerhaft bei 18 Prozent. Zum Vergleich: In den Jahren 1995 bis 2003 war der Konsum dieser Stoffe von elf auf 20 Prozent angestiegen. Bei der übergroßen Mehrheit der “Verwender” – europaweit 17 Prozent – geht es dabei um den mindestens einmaligen Konsum von Cannabis. Sechs Prozent aller Befragten hatten im vergangenen Jahr eine oder mehrere Drogen ausprobiert – den zweiten Rang hinter Cannabis oder Amphetaminen belegen mit drei Prozent dabei Ecstasy sowie Amphetamine. Kokain, Heroin und Crack wurden von ein bis zwei Prozent der Jugendlichen “getestet”.

Enttäuscht zeigten sich die Initiatoren vom aktuellen Trend bei jugendlichen Rauchern. Nach einer deutlich rückläufigen Entwicklung zwischen 1999 und 2007 – von 35 auf 28 Prozent – ist dieser Wert seitdem fast unverändert und liegt bei etwa 28 Prozent.

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Datum: Montag, 4. Juni 2012 11:40
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