Einstufung von Alkoholabhängigen

Die unterschiedlichen Ursachenbündel lassen unterschiedliche Formen des Alkoholismus entstehen:
Es gibt „nicht süchtige Alkoholiker“:
Alpha – Trinker Alpha – Trinker werden auch Problem-, Wirkungs- und Erleichterungstrinker genannt. Sie erleben häufig nach Alkoholeinnahme eine deutliche Erleichterung, Entspannung und Befreiung von Missstimmungen. Spannungen scheinen leichter tragbar, Hemmungen und Unsicherheit treten zurück. Diese befreienden Wirkungen des Alkohols werden Alpha – Alkoholiker erneut suchen, wenn sie wieder in belastende Situationen kommen. So entwickeln sie eine seelische Abhängigkeit vom Alkohol, behalten jedoch jederzeit die Freiheit mit dem Trinken aufzuhören. Sie entwickeln auch nach jahrelangem Trinken keine fort-schreitende Alkoholabhängigkeit und sind deshalb auch nicht als krank zu bezeichnen.
Beta – Trinker Beta – Trinker beginnen im Rahmen der Trinksitten wie andere zu trinken. Sie erleben dabei keine auffallende Erleichterung und entwickeln keine seelische Abhängigkeit vom Alkohol. Sie trinken schließlich aus Gewohnheit, oft regelmäßig und nicht selten häufig. Viele haben es sich zum Beispiel angewöhnt, regelmäßig Abends oder vor dem Fernsehapparat zu trinken. Obwohl dadurch körperliche Schäden (vor allem die Leber) verursacht werden können, behalten auch sie die Freiheit, ihr Trinken jederzeit zu beenden. Auch ihr Trinken hat keinen Krankheitscharakter im Sinne einer Sucht.
Und es gibt „süchtige Alkoholiker“:
Gamma – Trinker Gamma – Trinker durchlaufen ein typisches Krankheitsbild, das in Deutschland und vielen anderen Ländern sehr häufig unter Alkoholikern anzutreffen ist. 
Gamma – Alkoholismus ist eine echte Krankheit und als solche zu behandeln.
Gamma – Alkoholiker haben einen typischen Krankheitsverlauf, der sich in vier Entwicklungsstufen einteilen lässt.
Delta – Trinker Delta – Trinker beginnen unauffällig zu Trinken und verspüren Anfangs, in der Regel keine auffallende Erleichterung. Der Stoffwechsel ihrer Körperzellen passt sich jedoch immer mehr dem Alkohol an, so dass ein ständiger Blutalkoholspiegel notwendig wird. Ist diese Anpassung fortgeschritten, stellen sich nach Aufhören des Trinkens quälende Entzugserscheinungen in Form von Unruhe, Ängsten, Verstimmungen, Zittern, Schweißausbrüchen, morgendliches Würgen und so weiter ein; sie zwingen den Kranken wieder Alkohol zu sich zu nehmen und einen bestimmten Alkoholspiegel im Blut zu halten. Delta – Alkoholiker sind typische Spiegeltrinker. Da sie die Kontrolle über ihre Trinkmenge über viele Jahre behalten, fällt es ihnen schwer, sich behandeln zu lassen. Häufig veranlassen sie erst schwere körperliche Folgeschäden, zum Arzt zu gehen.
Epsilon – Trinker Epsilon – Trinker entsprechen dem Bild des Quartalstrinkers. In nahezu regelmäßigen Abständen stellen sich Krisentage mit Unruhe, Gereiztheit, grundloser Verstimmung und zwanghaftes Denken an Alkohol ein. Nach Trinkbeginn findet sich Kontrollverlust mit mehrtägigen durchtrinken ein. Die reine Form der Epsilon – Alkoholkrankheit tritt nur selten auf.

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Datum: Dienstag, 1. Februar 2011 12:13
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