Dortmunder Zahnärztin darf wegen ihrer Alkoholsucht nicht mehr praktizieren

Eine Zahnärztin aus Dortmund bekam die Folgen ihrer Alkoholsucht jetzt auch in ihrer beruflichen Tätigkeit zu spüren. Weil sie es trotz diverser Entziehungskuren nicht schafft, abstinent zu leben, untersagte ihr das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen jetzt das Führen ihrer Praxis. Die Diskussion um die Approbation der Medizinerin schwelte schon seit einem knappen Jahr. Bisher hatte die Zahnärztin ihre Praxis trotzdem betreiben können. Nach der Entscheidung des Gerichtes ist dies vorerst nicht mehr möglich. Etwas Hoffnung haben die Gelsenkirchener Richter der Frau jedoch gelassen – ihre Praxis-Zulassung wurde vorerst nicht endgültig aufgehoben. Ute Blum-Idehen, die Vize-Präsidentin des Gerichts, riet in ihrer Urteilsbegründung zu einer Langzeit-Therapie, um das Risiko eines Rückfalls zu vermeiden und Lebenskrisen “auszugleichen”.

Die Ärztin hatte in der Verhandlung angegeben, dass ihre Alkoholsucht mit familiären Problemen in Verbindung stehe, sie jedoch Patienten niemals in angetrunkenem Zustand behandelt habe. Die Richter ließen dieses Argument jedoch nicht gelten – da die Betroffene nicht in der Lage sei, ihre eigene Alkoholsucht zu überwinden, sei sie aus gesundheitlichen Gründen für die Arbeit als Zahnärztin nicht geeignet.

Typische Alkohol-Karriere mit Rückfällen und ohne Stabilität

Der Initiative der Bezirksregierung Arnberg, der Zahnärztin ihre Praxis-Zulassung zu entziehen, war eine jahrelange Alkohol-Karriere vorausgegangen. Die Medizinerin war in den vergangenen Jahren wiederholt durch massive Trunkenheit aufgefallen, ihr Führerschein wurde nach mehreren aktenkundigen Alkoholfahrten bereits eingezogen. Anfang 2011 hatte sie mit der Bezirksregierung eine Vereinbarung getroffen, nach der sie ihre Approbation zunächst behalten, dafür aber über zwei Jahre ihre dauerhafte Abstinenz belegen sollte.

Daran scheiterte die Lösung schließlich – trotz einiger unauffälliger Proben wurden der Ärztin immer wieder alkoholbedingt erhöhte Laborwerte nachgewiesen, zu einem vorab telefonisch vereinbarten Kontroll-Termin erschien sie schließlich mit einer Blutalkohol-Konzentration von 2,86 Promille, nachdem ihr kurz zuvor bei einer Straßenverkehrs-Kontrolle bereits ein Alkoholpegel von mehr als zwei Promille nachgewiesen wurde. Die Aufsichtsbehörde entschied sich aufgrund “des typischen Verlaufs” ihrer Alkoholerkrankung mit Rückfällen und ohne Stabilität danach für einen zumindest temporären Approbations-Entzug.

Alkohol am Arbeitsplatz – potentiell Existenz-zerstörend

Das Gelsenkirchener Urteil verweist nicht zuletzt auf die Brisanz von Alkoholproblemen am Arbeitsplatz, die im schlimmsten Fall mit dem Verlust der beruflichen Existenzgrundlage enden können. Der Dortmunder Zahnärztin bleibt zu wünschen, dass sie nach der harten Entscheidung des Gerichts endlich in der Lage ist, einen Ausstieg aus der Sucht zu finden.

Das Experten-Team der Gesundheitsakademie Schmidbauer rät auch vor diesem Hintergrund allen Betroffenen zu einer möglichst frühzeitigen Intervention. In unseren Intensivprogrammen für eine nachhaltige Therapie von Alkoholproblemen identifizieren wir zusammen mit Ihnen Ihre persönlichen Suchtauslöser auf die Spur und erarbeiten Strategien für die kurzfristige Bewältigung Ihres Alkoholproblems ebenso wie ein langfristig erfülltes Leben ohne Süchte.

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Datum: Montag, 24. September 2012 10:18
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