Der Weg in die Sucht

Eine Alkoholabhängigkeit entwickelt sich meist schleichend über viele Jahre hinweg. Die Anzeichen für eine krankhafte Sucht sind jedoch klar erkennbar: Das Leben dreht sich zunehmend um die Droge Alkohol. Ohne Alkohol funktioniert nach und nach scheinbar immer weniger. Alkohol zu trinken ist das Wichtigste, andere Interessen werden vernachlässigt. Ein klarer Hinweis auf eine Alkoholabhängigkeit sind wiederholte, erfolglose Versuche, weniger oder gar nichts mehr zu trinken. Haben Alkoholabhängige einmal damit begonnen zu trinken, fällt es ihnen sehr schwer aufzuhören.

Der Weg in die Sucht verläuft meist in mehreren Stufen

Problemtrinken:
Wir haben Langeweile, Schmerzen, fühlen uns deprimiert, ängstlich, unsicher oder sind angespannt und trinken Alkohol, um diese Probleme zu vergessen und um uns besser zu fühlen. Vielfach sind unsere Eltern oder unser Freundeskreis für uns Vorbilder oder ermuntern uns sogar, Alkohol zu trinken, um geselliger und lockerer zu sein.

Und tatsächlich: schon nach einigen Schluck Alkohol lassen die Schmerzen nach, Anspannung und Unsicherheit lösen sich in Luft auf oder werden schwächer. Wir lernen: Alkohol lindert unangenehme Gefühle. Mit Alkohol geht es uns besser. Wir ertragen die Probleme besser.

Psychische Abhängigkeit:
Wir greifen immer häufiger zum Alkohol als Problemlöser. Irgendwann kommen wir gar nicht mehr auf die Idee, unsere Probleme ohne Alkohol zu lösen. Wir greifen automatisch zum Alkohol. Es ist sehr einfach, sich mit Suchtmitteln zur Entspannung zu verhelfen, seine Hemmungen abzubauen und quälende Sorgen zu vertreiben.

Körperliche Abhängigkeit:
Schließlich gewöhnt sich unser Körper so stark an das Suchtmittel, dass wir körperlich abhängig werden. Er betrachtet das Suchtmittel als körpereigene Substanz und meldet, wenn sich zu wenig von dieser Substanz im Körper befindet.
Dies äußert sich dann durch Entzugserscheinungen wie etwa einem intensiven Verlangen nach Alkohol (Suchtdruck), innerer Unruhe, Zittern, Angstgefühlen und Schweißausbrüchen. Wir fühlen uns erst dann leistungsfähig, wenn wir einen genügend hohen Alkoholspiegel haben.

Wir werden also zunächst erst psychisch abhängig, d.h. glauben, nur durch das Suchtmittel Alkohol unsere Probleme lösen zu können.
Dann folgt die körperliche Abhängigkeit. Wenn wir körperlich abhängig sind, trinken wir aus Angst vor den Entzugserscheinungen und um zu verhindern, dass der Partner, die Freunde und Arbeitskollegen merken, dass wir alkoholabhängig sind.

Liegt eine körperliche Abhängigkeit vom Alkohol vor, gibt es keinen Weg mehr zurück zu einem gemäßigten, kontrollierten Trinken.

 
Wenden Sie sich bei Fragen oder für weitere Beratung an die Gesundheitsakademie Schmidbauer, alkohol | therapie plus™.
 
 
 

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Datum: Donnerstag, 25. Februar 2016 12:33
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