DAK-Gesundheitsreport 2011: Burnout & Co. sind auf dem Vormarsch

Die DAK veröffentlichte jetzt ihren Gesundheitsreport 2011 für Hessen. Die Daten dafür wurden unter etwa 224.000 erwerbstätigen DAK-Versicherten erhoben, insgesamt haben sich rund 760.000 Menschen für eine gesetzliche Krankenversicherung bei der DAK entschieden. Das Ergebnis der Studie ist alarmierend. Zwar sind die Hauptgründe für eine Krankschreibung nach wie vor Erkältungskrankheiten, Rückenschmerzen und andere akute Erkrankungen des Bewegungsapparats, psychische Erkrankungen – unter anderem Burnout oder Depressionen belegen als Ursachen für Arbeitsunfähigkeit jedoch erstmals den dritten Platz.

Insgesamt stieg der Krankenstand im vergangenen Jahr auf 3,7 Prozent und ist damit auf dem höchsten Stand seit 15 Jahren. Von 1.000 Versicherten der Kasse waren pro Tag durchschnittlich 37 lohnabhängig beschäftigte Personen krank, ihre Ausfallzeit betrug jeweils circa 14 Tage.

Burnout & Co. – Grund für knapp 13 Prozent aller Ausfalltage

DAK-Mitarbeiter Uwe Senfleben nannte einige Zahlen für die zunehmende Bedeutung psychischer Erkrankungen – demnach standen 2011 hinter 12,9 Prozent aller Fehltage entsprechende Krankheitsbilder und Symptome. 2010 waren demgegenüber nur 11,5 Prozent aller Krankschreibungen durch psychische Ursachen bedingt. Daran erkrankte Arbeitnehmer fehlten an ihren Arbeitsplätzen im Durchschnitt 14 Tage.

Der Gesundheitsexperte der Kasse führte den Anstieg psychischer Leiden explizit auf wachsenden Stress am Arbeitsplatz und insbesondere fließende Übergänge zwischen Arbeit und Freizeit zurück. Vielen Berufstätigen fiele der Start in den Feierabend immer schwerer, moderne Handys sorgten zunehmend für ständige Erreichbarkeit und das Fehlen nachhaltiger Erholungsphasen. Gleichzeitig spiele bei der Zunahme psychischer Erkrankungen auch der “demografische Wandel” eine wesentliche Rolle – in der Altersgruppe von 60 bis 65 Jahren spielen Burnout & Co. eine überdurchschnittlich große Rolle.

Gleichzeitig steige bei hoher Stressbelastung das Risiko eines Herzinfarkts. Einflussfaktoren sind hier unter anderem ständiger Zeitdruck sowie Überstunden. Die Gefahr vergrößere sich, wenn die Mitarbeiter in ihrem Job unter fehlender sozialer Anerkennung litten oder die Vergütung nicht die tatsächliche Arbeitsleistung und – Belastung honoriert. Burnout-Ursachen und Auslöser für Infarkte liegen damit auf gleicher Linie.

Arbeitgeberverbände warnen vor “vorschneller” Kopplung

Die DAK dokumentierte in ihrer Statistik Herausforderungen der modernen Arbeitswelt, die bei Medizinern und Patienten längst ein Thema sind. Eine Sprecherin des Patientenverbandes kommentierte, dass der Arbeitsmarkt in Deutschland in den letzten Jahren “schärfer” wurde und Beschäftigte daher immer auch mit Situationen rechnen müssten, die zu Burnout und anderen psychischen Erkrankungen führen könnten. Arbeitgeberbände warnten hier allerdings vor einer einseitigen Sicht und einer “vorschnellen” Kopplung von Stress im Job und psychischen Symptomen.

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Datum: Freitag, 27. April 2012 11:40
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