BZgA warnt zum Weltmännertag vor hoher Suchtgefahr durch Alkohol

Alljährlich am 19. November wird der Weltmännertag begangen. Der Aktionstag wurde 1999 in Trinidad und Tobago eingeführt und wird heute durch die UNESCO sowie durch verschiedene Organisationen, Gruppen und Personen auf allen Kontinenten unterstützt. Die Ziele des Weltmännertages bestehen darin, Themen der Männer- und Jungengesundheit öffentlich zu diskutieren, die Gleichheit der Geschlechter zu befördern, auf Benachteiligungen von Männern und Jungen in den Bereichen Familienrecht, Gesundheit, Medien und Bildung hinzuweisen sowie die positiven Leistungen von Männern zu würdigen und zu publizieren.

Anlässlich des diesjährigen Weltmännertages hat sich auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu Wort gemeldet und auf die hohe Suchtgefahr für Männer durch riskanten Alkoholkonsum verwiesen. Laut BZgA ist vor allem bei jungen Erwachsenen – also in der Altersgruppe zwischen 18 und 25 Jahren – riskanter Alkoholkonsum unter Männern deutlich stärker ausgeprägt als bei gleichaltrigen Frauen. BZgA-Chefin Elisabeth Pott sprach in diesem Kontext davon, dass vor allem bei Männern immer noch gesellschaftliche Rollenerwartungen existieren, die mit hohem Alkoholkonsum verbunden sind.

Hoher Alkoholkonsum bei Männern korrespondiert mit traditionellen Rollenbildern

Eine Alkoholsucht entwickelt sich in den meisten Fällen schleichend über Jahre und Jahrzehnte, am Anfang steht der regelmäßige Konsum größerer Mengen Alkohol. Laut Elisabeth Pott ist auch dieses Verhaltensmuster zumindest in seiner krankheitsrelevanten Version bisher ein der Tendenz nach männliches Problem. Aktuelle Medizinstatistiken weisen für rund 3.4 Prozent der Männer die “gängigen Diagnosekriterien” für eine Alkoholsucht aus, bei Frauen sind dagegen nur rund 1,4 Prozent betroffen. Aus BZgA-Sicht schätzen Männer ihr persönliches Risiko, eine Alkoholkrankheit zu entwickeln, oft völlig falsch ein. Trinken – auch im Übermaß – gilt bisher als ein Kavaliersdelikt, das mit überkommenen männlichen Rollenbildern eng verbunden ist.

Innere Motivationen für den Alkoholkonsum aufdecken und überwinden

Die Grenzen für einen risikoarmen Alkoholkonsum sind aus medizinischer Sicht dabei sehr eng bemessen. Bei Männern liegt das Limit bei etwa 24 Gramm reinem Alkohol pro Tag – also maximal zwei Gläsern Bier oder Wein. Frauen sollten nur die Hälfte dieser Mengen konsumieren, wenn sie ihre gesundheitlichen Risiken durch Alkohol beschränken wollen. Aktuelle Forschungen legen zudem nahe, dass auch der regelmäßige Konsum kleiner Mengen alkoholischer Getränke gesundheitliche Schädigungen und insbesondere ein erhöhtes Krebsrisiko zur Folge haben kann.

Falls Sie Ihren eigenen Alkoholkonsum bereits kritisch sehen, empfehlen die Sucht-Experten der Gesundheitsakademie Schmidbauer eine Bestandsaufnahme der Anlässe und Gründe, aus denen Sie zu alkoholischen Getränken greifen. Das Spektrum dafür ist im Allgemeinen weit gefasst: “Genuss im Alltag”, Kompensation von Stress und Überlastung, das Verdrängen von Problem und oft eben auch das regelmäßige “soziale Glas“, aus dem im Laufe eines Abends allerdings schnell sehr viele Gläser werden können. In unseren Intensiv-Trainings zur Prävention der Alkoholsucht lernen Sie, die Motivationen für Ihr Trinkverhalten aufzudecken und Strategien zu entwickeln, den Konsum von Alkohol zugunsten mindestens ebenso befriedigender, aber gesünderer Verhaltensweisen zu reduzieren oder aufzugeben.

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Datum: Montag, 19. November 2012 11:46
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