“Blau im Bauch?” – Berliner Schulprojekt gegen Trinken in der Schwangerschaft

Alkoholmissbrauch und Schwangerschaft – in den großen bundesweiten Präventionskampagnen gegen den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen ist dieser Zusammenhang bislang kein Thema. Die Realität sieht vielerorts allerdings anders aus. Der Berliner Senat lieferte jetzt eine Statistik, nach der im Jahr 2011 in Berlin insgesamt 878 Kinder von Frauen unter 20 Jahren geboren wurden, die meisten der jugendlichen Mütter stammten aus den Stadtbezirken Mitte, Neukölln und Marzahn-Hellersdorf.

Präventions-Kampagne für Schulen und den außerschulischen Bereich

Die Gesundheitsverwaltung der Hauptstadt startete vor diesem Hintergrund im Januar 2013 die Aufklärungskampagne “Blau im Bauch?”. Die Experten reagieren damit auf die wachsende Zahl von Teenager-Schwangerschaften in der Stadt, bei denen oft auch die “zunehmend riskanten Trinkgewohnheiten Jugendlicher” eine Rolle spielen. “Blau im Bauch?” stellt dabei explizit und in jugendgemäßer Form die Gefahren des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft heraus, der zum “Fetalen Alkoholsyndrom” (FAS) und anderen alkoholbedingten Entwicklungsstörungen des Kindes führen kann. Die Kampagne wendet sich an Jugendliche im Alter von 13 bis zu 21 Jahren und wurde im Rahmen des Projektes “Wigwam Zero” des Berliner Suchthilfe-Verbandes “Vista” unter Beteiligung des Landes Berlin entwickelt. Neben einem Video-Clip, in dem erklärt wird, wie in den verschiedenen Schwangerschafts-Phasen Behinderungen durch Alkohol entstehen können, umfasst sie gedrucktes Material als Leitfaden für Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen an den Schulen oder auch im außerschulischen Bereich.

Aufklärung, Schwangerschafts-Tipps und konkrete Hilfen

Die Kampagne wird im laufenden Schuljahr zunächst an acht Schulen in Marzahn-Hellersdorf erprobt. Die ersten Reaktionen von Schülern und Pädagogen waren durchweg positiv. Das Medienpaket zu “Blau im Bauch?” bietet für die Bearbeitung des Themas vier verschiedene Methoden an, die auf die Selbstreflektion des eigenen Alkoholkonsums sowie das Trinkverhalten in der “Peer Group” zielen. Auf der Webseite des Projekts finden sich zahlreiche weitere Informationen, die von Erläuterungen zum Trinkverhalten von Frauen über schwangerschaftsspezifische Themen bis zu Beratungs- und Hilfsangeboten für jugendliche Mütter reichen. Hier spielen naturgemäß Anlaufstellen bei Alkohol- und Drogenproblemen eine zentrale Rolle, gelistet sind jedoch auch Adressen für alle anderen Themen rund um Schwangerschaft und Geburt sowie Angebote für Mütter, deren Kind bereits von FAS betroffen ist.

Aus Sicht der Gesundheitsakademie Schmidbauer reiht sich “Blau im Bauch?” sehr positiv in eine Serie von Präventionskampagnen ein, die bei aktuellen Problemen und Verhaltensmustern Jugendlicher ansetzt. Aber: Die beste Art der Prävention sind ein Elternhaus und ein soziales Umfeld, in dem Alkohol und andere potentielle Sucht-Faktoren, wenn überhaupt, nur eine marginale Rolle spielen. Wenn Sie selbst an eventuell vorhandenen Alkoholproblemen arbeiten und diese überwinden, ergibt sich daraus auch eine Vorbildwirkung für Ihre Kids. In unseren Intensivtrainings für ein alkoholfreies Leben finden Sie dafür einen geschützten Raum sowie professionelle Hilfe.

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Datum: Montag, 4. Februar 2013 11:50
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