Barmer GEK Brandenburg: Alkohol-Prävention für Erwachsene und in Unternehmen ist überfällig

Vor wenigen Tagen thematisierte die Barmer GEK in ihrem aktuellen Gesundheitsreport die wirtschaftlichen Folgen von Alkoholmissbrauch von Arbeitnehmern. Aus Sicht der Kasse kompensieren vor allem Männer in mittleren Jahren die psychischen Belastungen durch ihre Arbeit, hohen Konkurrenzdruck und/oder prekäre Job-Modalitäten durch den Griff zur Flasche. In der gesellschaftlichen und medialen Diskussion spielt diese Seite des Problems bisher jedoch nur eine geringe Rolle, die Gründe dafür finden sich unter anderem in der sozialen Stigmatisierung von Alkoholproblemen. Auch Ärzte diagnostizieren oft keine Alkoholsucht als die Grunderkrankung, sondern schreiben die Betroffenen wegen anderen Symptomen krank.

Jede sechste Kündigung erfolgt wegen Alkoholproblemen

Die Geschäftsstelle der Barmer GEK in Brandenburg lieferte jetzt weitere Zahlen. Allein in diesem Bundesland wendete die Kasse für die Behandlung von Alkoholproblemen rund 2,7 Millionen Euro auf. Teuer wird die Behandlung nicht zuletzt wegen der meist langen Ausfallzeiten, die sich pro Patient im Schnitt auf 50 Tage aufsummieren. Der Brandenburger Geschäftsführer der Barmer GEK, Hermann Schmitt, rechnet außerdem mit einer hohen Dunkelziffer. Auf dem Krankenschein erscheine nur bei 1,25 Prozent aller erwerbstätigen Versicherten eine Diagnose im Kontext Alkohol. Gleichzeitig geht die Studie seiner Kasse davon aus, dass rund 16 Prozent der 18- bis 59-jährigen Alkohol in riskanten Mengen konsumieren. Jede sechste Kündigung stehe im Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch.

Hermann Schmitt kritisierte vor diesem Hintergrund, dass Präventionsmaßnahmen bisher kaum auf diese Seite der Alkohol-Problematik zielen. Entsprechende Kampagnen des Gesundheitsministeriums in Brandenburg haben bisher beispielsweise vor allem die Alkohol-Prävention Jugendlicher sowie die Gefahren von Alkohol im Straßenverkehr im Blick. Für Erwachsene gibt es außerdem ein Programm, das Hausärzte für bisher versteckte Alkoholprobleme sensibilisieren soll.

Präventions-Potenzial von Unternehmen – bisher kaum genutzt

Der Gesundheitsexperte der Krankenkasse sieht dagegen beim Thema Prävention auch die Unternehmen in der Pflicht. Zwar gelte Alkoholmissbrauch von Arbeitnehmern heute nicht mehr als fast absolutes Tabu, vor allem kleine und mittlere Unternehmen hielten sich jedoch auch heute mit internen Präventionsprogrammen sehr zurück, obwohl entsprechende Maßnahmen steuerlich gefördert werden. Dabei würden gerade Präventionsmaßnahmen innerhalb der Firmen gute Wirkungspotentiale haben und – bei möglichst früher Intervention – großen zeitlichen Vorlauf schaffen, da es meist zehn bis zwölf Jahre dauert, bis aus riskantem Alkoholkonsum eine manifeste Sucht entsteht.

Die Gesundheitsakademie Schmidbauer ist außerdem der Meinung: Sie sind Ihr eigener und allererster Präventions-Experte. Wenn Sie bereits spüren/wissen, dass Alkohol Ihr Kompensationsmittel gegen Dauerstress und Job-Probleme ist, sind schnelle Reaktionen angebracht. Unser Experten-Team steht Ihnen dabei mit seiner langjährigen Erfahrung und einem individuell erarbeiteten Interventions-Programm zur Seite.

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Datum: Montag, 17. September 2012 10:11
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