Auch geringe Mengen Alkohol erhöhen das Risiko, an Krebs zu sterben

Der aktuelle Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung attestierte der deutschen Wohnbevölkerung eine weitverbreitete “unkritisch positive” Einstellung zu Alkohol. Vor dem Hintergrund von mindestens 1,3 Millionen Alkoholikern und weiteren 9,5 Millionen Menschen mit riskantem Trinkverhalten erscheint diese Sachlage als äußerst problematisch. Neben den unmittelbaren Folgen von Alkoholmissbrauch und Sucht erhöht regelmäßiger Alkoholkonsum auch das Krankheitsrisiko der Trinker. Eine neue US-amerikanische wies jetzt ein signifikant erhöhtes Krebsrisiko schon durch kleinere Mengen alkoholischer Getränke nach.

“Kritische Grenzen” für ungefährlichen Alkoholkonsum gibt es nicht

Untersuchungen zum Zusammenhang von Alkohol und Krebs gab es auch in der Vergangenheit. Aufgrund seiner Forschungsarbeit geht beispielsweise der Heidelberger Arzt und Alkohol-Experte Prof. Manfred V. Singer davon aus, dass durch den Konsum von drei großen Gläsern Bier oder einer Flasche Wein pro Tag, das Risiko an Mund- oder Speiseröhrenkarzinomen zu erkranken, um das Dreizehnfache steigt und bei Rauchern sogar um das Vierzigfache erhöht ist. Auch die Entstehung Rachen- oder Kehlkopfkrebs und sogar Brustkrebs kann durch regelmäßigen Alkoholkonsum gefördert werden. Problematisch ist, dass die Forscher in diesem Kontext keine “kritische Grenze” ermitteln konnten, unter der der Konsum von Alkohol vermutlich nicht krankheitsfördernd wirkt. Im Klartext: Auch geringe Mengen des Zellgifts erhöhen potentiell das Risiko einer Krebserkrankung.

Jährlich 20.000 alkoholbedingte Krebs-Todesfälle in den USA

Die Studie eines internationalen Wissenschaftler-Teams um Timothy Naimi von der Boston-Universität bestätigte jetzt diesen Punkt – ihr Fazit: Schon ein einziges regelmäßig konsumiertes Glas Alkohol am Tag kann Krebs auslösen. Die Forscher gehen davon aus, dass Alkohol in den USA pro Jahr die Ursache für mindestens 20.000 krebsbedingte Todesfälle ist. Das höchste Risiko, wegen ihres Alkoholkonsums an Krebs zu sterben, haben naturgemäß schwere Alkoholiker. Ein Drittel der Todesfälle betraf jedoch Personen, die pro Tag maximal 1,5 alkoholische Getränke zu sich nahmen.

Nach Ansicht des Bostoner Forscherteams liegt die Anzahl der Krebs-Toten im Zusammenhang mit Alkohol in Europa vermutlich sogar noch höher als in den USA. Für die Vereinigten Staaten wiesen die Wissenschaftler nach, dass Männer und Frauen davon in unterschiedlichem Ausmaß und von unterschiedlichen Krebserkrankungen betroffen waren. Männer sterben demnach häufiger als Frauen an einem alkoholbedingten Krebs und vor allem an Tumorerkrankungen von Mund, Rachen oder Speiseröhre. Bei US-amerikanischen Frauen errechneten die Forscher demgegenüber rund 6.000 alkoholbedingte Brustkrebs-Todesfälle jährlich.

Die Ende letzten Jahres veröffentlichte “Global Burden of Desease Study 2010″ der WHO kam zu dem Schluss, dass Alkohol – neben Bluthochdruck, Fettleibigkeit und Nikotin – zu den vier weltweit größten gesundheitlichen Gefahren zählt. An den Folgen ihres Alkoholkonsums starben 2010 im globalen Maßstab über neun Millionen Menschen. Aus Sicht der Gesundheitsakademie Schmidbauer sollten Sie vor diesem Hintergrund auch Ihr persönliches Alkohol-Risiko überdenken. In unseren Intensivtrainings gegen Alkoholprobleme unterstützen wir Sie bei nötigen Veränderungen und Ihren ersten Schritten in ein suchtfreies, selbstbestimmtes und damit auch gesünderes Leben.

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Datum: Mittwoch, 13. März 2013 12:00
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