AOK Bayern – Alkoholmissbrauch ist zweithäufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte

Die gesetzlichen Krankenkassen sowie die Kommunen liefern derzeit sukzessive ihre Alkohol- und Drogenreports für das vergangene Jahr. Dabei zeigen sich jeweils auch Probleme, die in der öffentlichen Diskussion bisher so gut wie keine Rolle spielen, etwa der zunehmende Alkoholmissbrauch von Senioren oder die Spitzen-Position Berlins im multiplen Gebrauch von Drogen.

Die AOK Bayern meldete jetzt, dass Alkoholmissbrauch und daraus folgende psychische Störungen und Verhaltensauffälligkeiten im Freistaat die zweithäufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte sind. 2011 verzeichnete die Kasse mehr als 24.600 entsprechende Behandlungsfälle. Alkoholmissbrauch kann vor diesem Hintergrund durchaus als Volkskrankheit betrachtet werden – erschreckend ist, dass in Rund zehn Prozent Kinder, Jugendliche und junge Erwachse betroffen sind. Nach Angaben der Polizei steige auch der Anteil von Straftaten, die unter Alkoholeinfluss begangen werden.

Behandlungsbereitschaft von Alkoholgefährdeten nimmt zu

Professor Thomas Becker, der Ärztliche Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Bezirkskrankenhaus Günzburg nannte als Krankheitsursache seiner Patienten eine konstant hohe Alkohol-Quote von 25 bis 30 Prozent. Gleichzeitig nehme aber auch die Bereitschaft der Betroffenen zu, sich wegen ihrer Alkoholprobleme und der durch diese ausgelösten psychischen Erkrankungen behandeln zu lassen.

Beispielsweise habe sich die Zahl der Jugendlichen, die wegen ihres Alkoholmissbrauchs eine psychiatrische Behandlung erhielten, in den letzten 20 Jahren verdoppelt – diese Zahl enthalte allerdings auch Kurzzeit-Interventionen bei einer Krankenhauseinlieferung wegen akuter Alkoholvergiftung.

Biologisch-genetische, psychische und soziale Gründe für den Alkoholmissbrauch

Bei der Erklärung der Ursachen für den zunehmenden Alkoholmissbrauch greifen Ärzte und Psychologen laut Professor Becker auf ein Erklärungsmodell zurück, dass sowohl biologisch-genetische als auch psychische und soziale Faktoren einschließt. Viele klinisch relevante Alkoholiker seien genetisch vorbelastet. Auf psychischer Ebene wirken sich unter anderem Gründe wie Ängste, latente Depressionen oder der Wunsch, Schmerzen zu betäuben, aus. Soziale Hintergründe bestehen oft in privaten oder beruflichen Krisen, Gewalterfahrungen, einer Familiengeschichte, in der Alkohol eine zentrale Rolle spielte sowie – gerade bei Jugendlichen – auch schlicht im sozialen Druck der jeweiligen Peer Group.

Das Experten-Team der Gesundheitsakademie Schmidbauer rät in jedem Fall, auf die eigene zu große Alkohol-Affinität schnell und gegebenenfalls mit professioneller Unterstützung zu reagieren – und zwar bevor es durch den Alkoholmissbrauch zu manifesten psychischen oder physischen Gesundheitsstörungen kommt. In unseren dreiwöchigen Intensiv-Trainings erlernen Sie einen positiven Umgang mit Belastungssituationen und erleben, dass Abstinenz – und Werte, die auf generelle Drogenfreiheit und ganzheitliche Problemlösungs-Strategien zielen – Ihr Leben reicher und erfüllter machen können.

Be Sociable, Share!

Autor:
Datum: Montag, 27. August 2012 11:55
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Alkoholsucht

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Kommentar abgeben