Alkoholsucht – was nun?

Der Konsum von Alkohol ist in unserer Kultur und unserem Alltag tief verankert. Eine Feier ohne Sekt und Wein, das Treffen mit Freunden und das “Feierabendbier” scheinen für die meisten Menschen unverzichtbar. Wenn der Alkoholkonsum grundsätzlich in Maßen und nicht regelmäßig erfolgt, ist dagegen auch nichts einzuwenden. Medizin-Statistiken zeichnen allerdings ein anderes Bild: Aktuelle Schätzungen besagen, dass es in Deutschland zwischen 1,3 und 2,5 Millionen alkoholkranke Personen gibt, rund 9,5 Millionen Menschen zeigen ein riskantes Trinkverhalten. Gerade meldete Hamburg eigene Zahlen – demnach leben in der Hansestadt 35.000 bis 65.000 Menschen mit einer manifesten Alkoholsucht.

Die Übergänge zwischen riskantem Alkoholkonsum und Sucht gestalten sich oft fließend. Die Betroffenen sind sich dadurch der eigenen Gefährdung oft gar nicht bewusst. Das Verlangen nach alkoholischen Getränken wächst, die konsumierte Menge ebenfalls – die Grenze zu explizitem Suchtverhalten wird von den Betroffenen meist nicht bemerkt. Außerdem gehören Alkoholprobleme zu unseren sozialen Stigmen und werden daher eher verheimlicht und verschwiegen. Experten fordern daher unter anderem, die Hausärzte in eine aktive Prävention der Alkoholsucht einzubinden, die möglichst bei jedem Arztgespräch auch Routinefragen nach dem Trinkverhalten der Patienten stellen sollen, um eine Alkoholsucht möglichst früh zu diagnostizieren.

“Qualifizierter Entzug” als Einstieg in die Therapie

Die grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung der Alkoholsucht ist, dass sich die Betroffenen ihren Problemen stellen, aktiv nach professioneller Hilfe suchen und – letztendlich lebenslang – eine persönliche Strategie gegen ihre Abhängigkeit entwickeln. Erste Anlaufstellen für Menschen, die sich ihre Alkoholprobleme eingestehen, sind oft Suchtberatungsstellen oder Selbsthilfegruppen wie beispielsweise die “Anonymen Alkoholiker“. Alternativ weist der Hausarzt alkoholkranke Patienten zur professionellen Suchtbehandlung die psychiatrische Abteilung einer Klinik ein. Die Entzugstherapie ist dort meist nach zwei bis drei Wochen abgeschlossen. Der sogenannte “qualifizierte Entzug” dient nicht nur der Entgiftung, sondern soll die Patienten dazu motivieren, sich mit der Grunderkrankung “Sucht” auseinanderzusetzen und nach dem eigentlichen Entzug eine psychotherapeutische Entwöhnungstherapie zu beginnen.

Psychotherapeutische Entwöhnungstherapie verkleinert Rückfall-Risiko

Alkoholabhängige Patienten, die sich für einen Entzug ohne psychotherapeutische Entwöhnungstherapie entscheiden, sind deutlich rückfallgefährdeter als Patienten, die auch diese Therapie durchlaufen. Dabei geht es um Fragen wie die Akzeptanz der Krankheit, die Aufarbeitung von suchtauslösenden Faktoren sowie Möglichkeiten, nach dem Abschluss der “offiziellen” Therapie einen Rückfall zu vermeiden respektive auf einen solchen schnell zu reagieren. Generell bewerten Ärzte und Psychologen das Rückfallrisiko bei alkoholkranken Patienten hoch – in den ersten beiden Jahren nach der Therapie müssen bis zu 90 Prozent der Erkrankten mit mindestens einer Rückfall-Episode rechnen.

Neben den “Standard-Therapien” in Krankenhäusern gibt es natürlich auch maßgeschneiderte Angebote, die sich den individuellen Problemlagen ihrer Patienten in einem besonders geschützten Rahmen widmen. Die Intensivtrainings der Gesundheitsakademie Schmidbauer zur Therapie und Prävention der Alkoholsucht verbinden ein psychotherapeutisches Programm mit einer gegebenenfalls nötigen Entgiftung und der übergreifenden Bearbeitung von lebensgeschichtlich begründeten Suchtfaktoren. Auf Wunsch sorgen wir dabei natürlich auch für “Anonymität”, beispielsweise eine neutrale Erreichbarkeits-Adresse.

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Datum: Freitag, 26. Oktober 2012 10:48
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