Alkoholsucht: Was Angehörige tun können

Alkoholsucht: Angehörige oft verzweifelt und hilflos

Rund 1,3 Millionen Deutsche sind alkoholabhängig. Unter der Alkoholsucht leiden auch ihre Angehörigen. Was Familie und Freunde tun können, um die Sucht zu erkennen und richtig damit umzugehen.

Wie die Fahrt auf einem lecken Boot – das Zusammenleben mit einem Alkoholsüchtigen. Man versucht, das eindringende Wasser abzuschöpfen, um das Boot vor dem Untergang zu bewahren. Aber der Mensch, mit dem man im Boot sitzt, kann dabei nicht aus eigener Kraft mithelfen – im Gegenteil: er vergrößert das Leck durch seine Trinkerei nur noch.

 

Eine alarmierende Zahl, zählt Alkoholmissbrauch in Europa doch neben dem Rauchen zu den häufigsten Risikofaktoren für Krankheiten. Etwa um die 74.000 Menschen sterben jährlich an den direkten oder indirekten Folgen ihres Alkoholkonsums, Männer sind dabei etwa dreimal so oft betroffen wie Frauen.

Es ist ein Bild, das die Verzweiflung und Hilflosigkeit vieler Angehöriger von alkoholkranken Menschen gut widerspiegelt. Tatsächlich sitzen in Deutschland viele Ehepartner, Familienangehörige, Freunde und Kinder in einem solchen Boot: Etwa 1,3 Millionen Deutsche sind laut dem aktuellen Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung alkoholabhängig – insgesamt überschreiten sogar 9,5 Millionen Menschen in Deutschland die empfohlenen Trinkmengen.

Was Angehörige tun können – und was sie lassen sollten

Was kann man ganz konkret tun, wenn man mit einem alkoholabhängigen Menschen zusammenlebt?

Zunächst einmal ist es wichtig sich zu verdeutlichen, dass es sich bei der Alkoholsucht um eine Krankheit handelt und alles daran zu setzen, nicht in eine Co-Abhängigkeit zu rutschen. Das bedeutet, die Sucht des Betroffenen unbewusst zu unterstützen, indem man sich um ihn kümmert und ihm den Alltag so erleichtert, dass für den Betroffenen keine Notwendigkeit besteht, etwas zu ändern. Wenn also beispielsweise der Partner durch übermäßigen Alkoholkonsum unfähig ist, um an seinem Arbeitsplatz zu erscheinen, sollte man ihm keineswegs unterstützen und bei seiner Arbeitsstelle anrufen, um ihn „krank“ zu melden. Auch wenn es brutal erscheint: das ist die falsche Reaktion!
Für den Partner zu lügen und ihn zu decken hilft nur kräftig mit, die Krankheit zu vertuschen und den Partner weiter trinken zu lassen. Auch wenn man meint, sich dann „gut“ verhalten zu haben, weil man doch Hilfe leisten muss – seien Sie versichert, dass Lügen auf Dauer nicht helfen werden. Es wird dem Parner auch nicht nutzen, wenn versucht wird, die Situation geheim zu halten.

Die Konsequenzen seiner Trunksucht muss ein Alkoholabhängiger am eigenen Leib erfahren. Nur so kann jeder letztlich die Chance erhalten, von sich aus etwas zu ändern. Wohlgemeintes Helfen in form von lügen und decken verlängert die Alkoholsucht nur unnötig.
Leidensdruck hingegen ist oft der erste Schritt in ein trockenes Leben. Deshalb vermeiden Sie als Angehörige/r oder Partner/in folgende Verhaltensweise unbedingt:

  • Verstecken von Alkohol
  •  ständiges Drohen
  • Kontrollversuche
  • Vorwürfe

Was Sie außerdem vermeiden sollten:

  • Lassen Sie sich als Angehörige/r oder Partner/in niemals auf Diskussionen oder Streitereien mit einem Alkoholkranken ein.
  • finanziell und bei der Beschaffung von Alkohol helfen,
  • lügen für den Alkoholkranken
  • das Verhalten eines Alkoholkranken decken und entschuldigen

Hilfe bei Alkoholsucht

Wenn auch Sie das Gefühl haben, an der Grenze zu einer Alkoholsucht zu stehen, holen Sie sich umgehend professionelle Hilfe, damit Schlimmeres verhindert werden kann.
Wenden Sie sich bei Suchtproblemen an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

 

 

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Datum: Dienstag, 24. September 2013 9:00
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