Alkoholsucht bei Frauen

Alkoholismus ist keine reine Männersache, auch immer mehr Frauen greifen zur Flasche. Laut Statistik kommt heute auf zwei alkoholkranke Männer eine alkoholkranke Frau. Während trinkende Männer noch gesellschaftlich akzeptiert werden, gilt die trinkende Frau in unserer Gesellschaft als Minderwertig – deshalb spielt sich die Sucht der Frauen meist im Verborgenen ab. Die typische Trinkerin trinkt heimlich zu Hause und alleine.

Alkoholikerinnen wurden in den vergangenen 20 Jahren nicht beachtet und sind heute “ein sehr großes Problem”. Frauen werden schneller süchtig und tragen schwerere gesundheitliche Folgen davon. Etwa ein Drittel der Alkoholsüchtigen in Deutschland ist weiblich. Experten vermuten eine hohe Dunkelziffer, denn Frauen trinken im Gegensatz zu ihren männlichen Saufkumpanen eher heimlich und allein in den eigenen vier Wänden. Sie können ihre Sucht lange verstecken, weil sie trotzdem Job, Familie und Haushalt noch gut managen.

Alkohol ist ein Genussmittel, gleichzeitig aber auch eine Art Selbstmedikation – Alkohol ist legal und rezeptfrei überall erhältlich. Es gibt ihn in allen Preisklassen, so dass sich jede Frau ihn leisten kann, auch wenn sie von Sozialhilfe oder Mindestrente leben muss. Viele Frauen greifen zur Flasche als Teil einer Überlebensstrategie oder als Möglichkeit und Mittel, dass Leben erträglicher zu machen.

Männer gleiten oft durch das Trinken in Geselligkeit in die Sucht ab – alkoholabhängige Frauen setzen den Alkohol gezielt ein, um mit psychischen Problemen fertig zu werden. Auffallend bei Frauen mit Alkoholproblemen ist häufig der Hang zum Perfektionismus. Den eigenen Ansprüchen nicht genügen zu können, lässt diese Frauen immer tiefer in die Sucht abgleiten. Trotz aller Emanzipation trägt die klassische untergeordnete Rolle der Frau zur Suchtentstehung bei.

In Familien oder Partnerschaften, in denen die Frau trinkt, kommt es oft zu Gewalttätigkeiten. Die Gewaltbereitschaft gegenüber der Frau nimmt in Umfang und Intensität erheblich zu, je mehr sich die Alkoholkrankheit etabliert – Männer schlagen aus Frust zu, wenn sie ihre Frau betrunken vorfinden. Viele Frauen trinken aber auch, weil sie geschlagen werden.

Frauen werden schneller abhängig als Männer. Der weibliche Körper verträgt weniger Alkohol, aber auch eine Frau kann natürlich durch regelmäßigen Alkoholkonsum eine gehörige Toleranz aufbauen. Entscheidend ist jedoch nicht die Alkoholmenge sondern die Blutalkoholkonzentration (BAK). Diese hängt mit dem Körpergewicht zusammen und Frauen bringen in der Regel nicht so viel wie Männer auf die Waage. Zudem besteht der weibliche Körper zu 50 Prozent aus Fettgewebe, bei Männern sind es 40 Prozent. Das Fettgewebe ist weniger gut durchblutet als das übrige Gewebe, welches höhere Anteile an Wasser besitzt. So wird die selbe Menge Alkohol im Körper eines Mannes stärker verdünnt, was sich in einer niedrigeren BAK wiederspiegelt. Außerdem wird Alkohol im männlichen Körper schneller abgebaut – dieser Prozess setzt bei Männern bereits durch bestimmte Enzyme im Magen ein. Bei Frauen werden diese Enzyme erst im Darmtrakt aktiv.

Frauen, die den Versuch unternehmen, abstinent zu leben, können nur auf wenig Unterstützung seitens der Gesellschaft rechnen. Auch die Rückfallgefahr ist bei Frauen größer als bei Männern. Alkoholkranke Frauen werden schneller von ihren Männern verlassen, als umgekehrt. Nicht selten werden Alkoholikerinnen zu Sozialfällen – vom Partner verlassen und fast chancenlos auf dem Arbeitsmarkt werden sie leichter rückfällig oder gleiten noch tiefer in die Sucht ab.

Wenden Sie sich bei Suchtproblemen an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

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Datum: Donnerstag, 31. Oktober 2013 13:42
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