Alkoholmissbrauch oder Genuss?

Regelmäßig ein Feierabend-Bier oder ein Gläschen Rotwein zum Essen: Ist das Alkoholmissbrauch oder Genuss? Die Antwort unterscheidet sich in der Regel nach den Gewohnheiten desjenigen, dem diese Frage gestellt wird. Der Bier- oder Weinlieber wird wohl verneinen, dass sein Konsum Alkoholmissbrauch sein könne. Suchtforscher oder trockene Alkoholiker hingegen dürften sicher antworten: Täglicher Alkoholkonsum ist zumindest ein starker Hinweis auf Alkoholmissbrauch.

Der Konsum von Alkohol findet oft im gesellschaftlichen Zusammensein Raum. Aber spätestens, wenn es ums Autofahren geht, muss beachtet werden, wie viel und wie oft getrunken wird. Das exzessive Saufen kann schnell zu neurologischen Beschwerden, Persönlichkeitsveränderungen, sozialem Abstieg oder einer Alkoholsucht führen.

Auch wenn Stammtisch, Werbung und immer wiederkehrende Meldungen über den gesundheitlichen Nutzen von Alkohol es anders darstellen: Sucht- und Gesundheits-Experten sind sich einig, dass Alkohol an sich insgesamt keinen gesundheitsfördernden Nutzen hat. Die Diskussion über einen risikoarmen oder gar risikofreien Alkoholkonsum im Gegensatz zum Alkoholmissbrauch oder zum Alkoholismus wird nach wie vor kontrovers geführt.

Bei der Diskussion um Alkoholmissbrauch oder Genuss wird die Gefahr durch die Droge – und das ist Alkohol nun einmal – immer wieder verharmlost. Wer regelmäßig trinkt oder Alkohol missbraucht, lebt gefährlich. Alkohol tötet nach Angaben des Statistischen Bundesamtes jährlich etwa 15.000 Menschen. Damit kommen 18 direkt alkoholbedingte Todesfälle auf 100.000 Einwohner. In dieser Statistik nicht enthalten sind mit Alkohol indirekt in Zusammenhang stehende Todesfälle. Hier wären etwa Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss, Tötungsdelikte im Rausch oder Suizide infolge von Alkoholismus und begleitenden psychischen Erkrankungen zu nennen.

Die Behandlung von Alkoholmissbrauch gehört heute wohl mit zu den häufigsten Erkrankungen. Statistisch gesehen sind mehr Männer als Frauen Alkoholiker. Bei der Suchtbehandlung unterscheidet man den Alkoholmissbrauch von der Alkoholabhängigkeit.

Erste Stufe zum Alkoholiker ist der Alkoholmissbrauch. Der Betroffene konsumiert soviel Alkohol (egal in welcher Form), dass dies zu körperlichen und auch psychischen Schäden führt. Alkohol in übermäßiger Menge schädigt den Magen, die Leber und kann auch zu einer Alkoholvergiftung führen. Letztlich führt starker Alkoholkonsum zum Tod.

Bei der Alkoholabhängigkeit sind bereits Entzugserscheinungen zu beobachten und der Betroffene kann keinen Tag ohne den Alkohol leben. Die Alkoholkrankheit kann nur dauerhaft behandelt werden, wenn der betroffene Alkoholiker selbst einsieht, dass er krank ist und Hilfe braucht. Anderenfalls werden die Betroffenen früher oder später wieder rückfällig.
Sicher ist: Alkohol ist nur in geringen Mengen ein Genussmittel. In höheren Dosen ist er ein Rauschmittel und in jedem Fall ein Zellgift.

Haben Sie weitere Fragen zu diesem Thema? Wenden Sie sich an die Gesundheitsakademie Schmidbauer.

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Datum: Samstag, 13. Februar 2016 12:26
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