Alkoholkonsum zerstört die Knochen

Übermäßiger Konsum von Alkohol verändert die Persönlichkeit, schädigt die Leber, greift in den Gehirnstoffwechsel ein – und “geht auf die Knochen.” In einem Artikel in der Fachzeitschrift “Alcoholism: Clinical & Experimental Research” berichtete der US-amerikanische Arzt Dennis Chakkalakal über seine Forschungsergebnisse zum Zusammenhang von Alkohol und Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Beispielsweise heilen Knochenbrüche bei regelmäßigem Konsum von Alkohol schlechter ab als bei abstinenten Menschen. Dem Mechanismus hinter diesem Phänomen versuchte der Mediziner durch die Auswertung bereits vorhandener Studien auf den Grund zu kommen.

Alkohol blockiert die Zellerneuerung der Knochen

Sein Fazit: Alkohol blockiert die Arbeit der sogenannten Osteoblasten – also jener Zellen, die für den Aufbau und die Erneuerung der Knochen sorgen. Bei dauerhaftem Alkoholkonsum bilden sich über einen kürzeren oder längeren Zeitraum zunächst Löcher im Knochengewebe, später wird der gesamte Knochen instabil.

Laut Chakkalakal reichen bereits täglich drei alkoholische Getränke über einen längeren Zeitraum, um erhebliche Knochenschädigungen auszulösen. Klinisch seien die Auswirkungen – abhängig von der tatsächlichen Trinkmenge der Patienten – nach einem Zeitraum von etwa drei Jahren nachweisbar. Frühere Studien waren davon ausgegangen, dass Alkohol erst nach sechs oder mehr Gläsern täglich Auswirkungen auf die Struktur der Knochen hat.

Nach Knochenbrüchen: Auf alle Fälle Abstinenz

Aus seiner Forschung leitete der Arzt erste Empfehlungen ab: Nach einem Knochenbruch sollten Patienten auf jeden Fall völlig auf Alkohol verzichten. Für die Erforschung detaillierterer Zusammenhänge zwischen Alkohol und Osteoblasten seien jedoch weitere Studien nötig – unter anderem um herauszufinden, ob in der Behandlung spezielle knochenerhaltende Arzneien und/oder Nahrungsergänzungsmittel für Alkoholiker nötig sind.

Andere Studien verweisen dagegen auf das vielzitierte “rechte Maß” respektive das Alkohol-Limit von einem Glas am Tag: Frauen in der Postmenopause, die sich diesen “Genuss im Alltag” gönnen, profitierten demnach durch eine um fünf bis zehn Prozent höhere Knochendichte als abstinente Frauen – der Grund liegt darin, dass Alkohol in dieser Lebensphase hilft, überschüssiges Testosteron in das weibliche Hormon Östrogen umzuwandeln und außerdem hormonell die Einlagerung von Kalzium in die Knochen unterstützt.

Allerdings ist das Fenster für eine solche positive Wirkung sehr gering – Frauen, die drei Gläser Alkohol täglich trinken, haben bereits eine deutlich unterdurchschnittliche Knochendichte. Wer bereits in jungen Jahren viel und/oder regelmäßig trinkt, erhöht damit generell sein Osteoporose-Risiko.

Be Sociable, Share!

Autor:
Datum: Freitag, 29. Juni 2012 10:53
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Alkoholsucht

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Kommentar abgeben