Alkoholkonsum – wann beginnt die Sucht?

In Bezug auf den Konsum von Alkohol und vor allem seine wünschenswerten Grenzen kommt gerade ein Umdenkprozess in Gang, dessen Konsequenzen sich erst in den nächsten Jahren zeigen werden. Die Öffentlichkeit ist durch diverse Alkoholexzesse alarmiert – zuletzt den Tod des 20-jährigen Berliners Jonny K., der die Attacken vermutlich angetrunkener Schläger nicht überlebte sowie einen ähnlich gelagerten Fall ohne Todesfolge in München.

Länder und Kommunen denken immer öfter über Alkoholverbote nach, um Störungen der öffentlichen Ordnung durch übermäßigen Alkoholkonsum einzudämmen. Krankenkassen und Betriebe betrachten alkoholbedingte Ausfallzeiten inzwischen als einen Posten, der in den Bilanzen negativ zu Buche schlägt. Aktuelle medizinische Forschungen legen nahe, dass auch der Konsum von kleinen und scheinbar unbedenklichen Mengen Alkohol das Risiko von Krebserkrankungen signifikant erhöht. Analogien zur Etablierung und gesellschaftlichen Akzeptanz des Rauchverbots im öffentlichen Raum, das noch vor wenigen Jahren undenkbar schien, sind nicht zu übersehen.

Suchtentwicklung über Jahre und Jahrzehnte

Trotzdem gehört Alkohol bisher zu unserem Alltag und ist für viele – als Feierabendbier, als das “soziale Glas” mit Freunden oder als Feierabendbier – ein Kulturgut, auf das sie nicht verzichten wollen. Die möglichen Folgen werden durch die Medizin-Statistik illustriert: Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass rund ein Zehntel der deutschen Wohnbevölkerung alkoholische Getränke in riskanten Mengen konsumiert, zwischen 1,3 und 2,5 Prozent leiden an einer manifesten Alkoholsucht. Fakt ist auch: Die Sucht kommt schleichend und entwickelt sich über Jahre oder sogar Jahrzehnte. Damit stellt sich die Frage, wo die Grenzen zwischen nicht abhängigem Alkoholkonsum und Alkoholsucht liegen.

Körperliche Suchtsymptome, seelische Abhängigkeit und Gewöhnung

Ärzte und Neurobiologen sind sich darüber einig, dass die Suchtentwicklung über das Belohnungszentrum des Gehirns gesteuert wird, wo der Alkohol bestimmte Stoffwechselvorgänge und neuronale Vorgänge so verändert, dass eine Abhängigkeit entsteht. Körperliches, seelisches und auch “soziales” Wohlbefinden sind damit irgendwann direkt mit dem Konsum von Alkohol verbunden. Die WHO definiert die Alkoholkrankheit anhand folgender Symptome:

  • Ein starker und unkontrollierbarer Drang zu trinken
  • Abbau körperlicher Symptome wie Nervosität, Zittern oder allgemeines Unwohlsein durch alkoholische Getränke
  • Unterordnung aller anderen Aktivitäten unter den Konsum von Alkohol
  • Beibehaltung der Trinkgewohnheiten wider besseres Wissen

Daneben gibt es auch eine psychische Dimension der Sucht sowie der Suchtentwicklung – “gewohnheitsmäßiges Trinken” dient dann der Kompensation von Alltagsstress oder der Überwindung seelischer Probleme. Oft ist den Betroffenen das Suchtpotential ihres Trinkverhaltens nicht einmal bewusst – persönliche Vermeidungsstrategien spielen hier ebenso eine Rolle wie das “Kulturgut Alkohol” als scheinbar ungefährlicher “Genuss”.

Die Sucht-Experten der Gesundheitsakademie Schmidbauer meinen, dass Sie auf Veränderungen in Ihrem Trinkverhalten in jedem Fall sensibel reagieren sollten. Spätestens, wenn Sie täglich trinken, sich Ihre Trinkmenge kontinuierlich steigert oder Sie sich im Stillen bereits selbst Fragen über Ihr Trinkverhalten stellen, ist ein Gegensteuern nötig – möglichst, bevor daraus eine manifeste Alkoholsucht mit ihren gesundheitlichen und sozialen Folgen wird. In unseren Trainings-Programmen gegen Alkoholmissbrauch kommen Sie Ihren inneren und äußeren Sucht-Auslösern auf die Spur. In einem ausführlichen Vorgespräch sowie dem eigentlichen Training erarbeiten wir gemeinsam mit Ihnen Ihr persönliches Anti-Alkohol-Programm für ein suchtfreies und selbstbestimmtes Leben.

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Datum: Montag, 5. November 2012 11:13
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