Alkoholismus-Phasen: Von anlassbezogenem Trinken zur klinisch manifesten Sucht

Die klinischen Symptome einer Alkoholsucht haben wir in unserem Blog schon mehr als einmal diskutiert. Ärzte diagnostizieren Alkoholismus immer dann, wenn der Patient mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt:

  • Ein unwiderstehlicher Drang respektive innerer Zwang, Alkohol zu trinken, in abstinenten Phasen treten körperliche Entzugssymptome auf
  • Kontrollverlust im Hinblick auf Zeitpunkt, Menge und Beendigung des Trinkens
  • Vernachlässigung anderer Aktivitäten zugunsten der (teils heimlichen) Beschaffung und des Konsums von alkoholischen Getränken inklusive des Zeitaufwands für die Erholung von den regelmäßigen Trinkexzessen
  • Fortsetzung des Alkoholkonsums auch dann, wenn bereits ernste Gesundheitsschäden vorliegen oder drohen

Angesichts von rund 14 Millionen Menschen, die hierzulande in riskantem Ausmaß trinken, ist es jedoch nicht nur wichtig, die voll ausgeprägte Erscheinungsform der Sucht zu kennen. Wer in der Lage ist, bei sich selbst oder bei Angehörigen, Freunden und Kollegen, die Entstehungsphasen einer Alkoholsucht bereits in einem frühen Stadium zu identifizieren und offen anzusprechen, vermeidet so vielleicht einen späteren “echten Absturz” der Betroffenen.

Vier Phasen für die Suchtentstehung

Experten unterteilen die Entwicklung einer Alkoholsucht in vier unterschiedliche Phasen:

  • Zu Beginn wird Alkohol – vorerst noch in begrenzten Mengen und zu bestimmten Gelegenheiten – zur Stressbewältigung, zur “Lösung” von Problemen oder zur Überwindung weiterer gefühlter Defizite eingesetzt. Durch die höhere Toleranzschwelle gegenüber Alkohol trinken die die Betroffenen irgendwann fast täglich.
  • In der zweiten Phase gewinnt das Trinken einen immer höheren Stellenwert, erstmals spielen auch heimlich angelegte Alkoholvorräte sowie Erinnerungslücken nach dem Trinken eine Rolle. Der eigene – offene oder heimliche – Alkoholkonsum wird verharmlost.
  • In der dritten Phase der Suchtentstehung wird es für die Betroffenen kritisch: Zu den ersten Anzeichen einer psychischen Abhängigkeit gehören Kontrollverlust, oft schon morgendliches Trinken, immer kürzere abstinente Zeiten, zunehmende Reizbarkeit sowie der Verlust des Interesses an den meisten Dingen außerhalb der Sucht. Oft ergeben sich daraus zunehmende private und berufliche Probleme.
  • Die vierte Phase ist durch die fortschreitende psychische und physische Abhängigkeit von Alkohol geprägt, typisch sind tagelange Rauschzustände bei morgendlichen Entzugserscheinungen, deutlich reduzierte Leistungsfähigkeit und gravierende körperliche Veränderungen. In der Endphase der Sucht kommt es zu Delirien oder Alkoholpsychosen oder auch zu einem völligen körperlichen und geistigen Zusammenbruch.

Gegensteuern – am besten ganz am Anfang und mit professioneller Hilfe

Ein Ausstieg aus der Sucht ist in jeder Phase möglich, bei einer fortgeschrittenen Alkoholsucht ist dies allerdings ein harter Weg, der oft von Umwegen und Rückschlagen begleitet wird. Aus Sicht der Gesundheitsakademie Schmidbauer sollten Sie bereits bei den ersten Anzeichen von Alkoholproblemen schnell und wirksam gegensteuern. Selbstreflektion und Disziplin sind dabei wichtige und gute Helfer, optimal ist allerdings, wenn Sie sich parallel dazu auch professionelle Unterstützung holen. In unseren Intensiv-Trainings zur Prävention der Alkoholsucht kommen Sie Ihren alltäglichen oder lebensgeschichtlich bedingten Sucht-Auslösern auf die Spur und erarbeiten zusammen mit unseren erfahrenen und für Ihre Problematik sensiblen Therapeuten Gegenstrategien, die Sie auch nach dem Ende unser gemeinsamen Trainingsrunde tragen werden.

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Datum: Dienstag, 2. April 2013 11:42
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