Alkoholismus ist eine Erkrankung!

Es gibt Hilfe bei Alkoholismus

Das Bundessozialgericht hat 1968 Alkoholismus als Krankheit anerkannt. Die Entwicklung der Abhängigkeit ist durch soziale, genetische und neurobiologische (das Nervensystem betreffende) Faktoren bedingt. Wissenschaftliche Untersuchungen des Erbguts haben gezeigt, dass es höchstwahrscheinlich eine “genetische Anfälligkeit” für Personen mit bestimmten Genvarianten gibt, an Alkoholsucht zu erkranken. Eine langwierige und übermäßige Alkoholaufnahme führt früher oder später zur Entwicklung von einer Toleranz mit anschließender Abhängigkeit. Betont sei zudem, dass es keine eindeutige Alkoholmenge gibt, die festlegt, ob eine Alkoholsucht vorliegt oder nicht.

Grundsätzlich gilt, mit zunehmender Trinkhäufigkeit und Alkoholmenge steigt auch das Risiko für gesundheitliche Schäden und Abhängigkeit. Bei Alkoholsucht dreht sich das persönliche Leben zunehmend nur noch um die Beschaffung und den Konsum von Alkohol. Andere Interessen werden vernachlässigt.

Bei Alkoholikern kommt es bei Alkoholabstinenz zum Auftreten von vielfältigen Entzugssymptomen. Das Gehirn eines Alkoholikers hat “immer Durst”, auch nach jahrelanger Abstinenz besteht noch ein gewisses Verlangen nach Alkohol. Bereits kleine Alkoholmengen können zu einem Rückfall in die Abhängigkeit führen.

Auffällig ist, dass Alkoholabhängigkeit sich auf alle soziale Schichten und Altersgruppen erstreckt. Auch sehr erfolgreiche Menschen wie Schauspieler, Sänger oder Autoren sind immer wieder von Alkoholsucht betroffen. So spiegelt der gesamtgesellschaftliche Konsum unter anderem ein gewisses Bedürfnis der Ersatzbefriedigung wieder. Die Wahrscheinlichkeit, in seinem Leben an Alkoholsucht zu erkranken, ist von Person zu Person unterschiedlich groß. Eine besondere Risikogruppe stellen Jugendliche und zunehmend auch Frauen dar.

Die negativen Auswirkungen des Alkoholkonsums sind vielfältig. Abgesehen von den zahlreichen gesundheitsschädlichen Effekten, führt er zu Problemen im sozialen Umfeld. Dies kann die Partnerschaft, den Freundeskreis oder den Arbeitsplatz betreffen. Oftmals spielt Alkohol auch eine wesentliche Rolle bei Gewalttaten und Sachbeschädigungen. Bei vielen Menschen wirkt er aggressions- und gewaltfördernd.

Ein schneller Selbsttest zum Alkoholkonsum:

Es existiert eine Reihe von Tests zur Früherkennung einer Alkoholabhängigkeit. Der nachfolgende CAGE-Test stellt insgesamt 4 Fragen zum persönlichen Alkoholkonsummuster.

1. Hatten Sie jemals das Gefühl, dass Sie weniger trinken sollten?

2. Hat es Sie belästigt oder gekränkt, wenn jemand Ihr Trinkverhalten kritisiert hat?

3. Hatten Sie jemals Schuldgefühle wegen Ihres Trinkens?

4. Mussten Sie jemals morgens trinken, um sich zu beruhigen oder in Gang zu kommen?

Auswertung:

• Zweimal Ja: Es besteht ein Verdacht auf Alkoholismus

• Dreimal Ja: Alkoholismus wahrscheinlich

• Viermal Ja: Alkoholismus sehr wahrscheinlich

 

Hilfe bei Alkoholismus

Falls der persönliche Alkoholkonsum ein kritisches Maß erreicht hat, ist es unabdingbar, sich professionelle Hilfe zu suchen. Dieser Schritt und das Sprechen über die persönliche Alkoholsucht fallen in der Regel nicht leicht. Wichtig ist aber, dass man in dieser schwierigen Situation ehrlich zu sich selber ist und das bestehende Alkoholproblem weder verharmlost noch verdrängt.

In jedem Falle ist es sinnvoll, ausgebildete Experten zu konsultieren. In der Regel wird am Anfang der Gespräche geklärt, aus welchen Beweggründen Alkohol getrunken wird. Ob zum Beispiel aus Gründen der Stressbewältigung, Ablenkung, sozialen Isolation, Versagensangst, Langeweile oder des Jobverlustes. Oftmals ist eines dieser Probleme der Grund für den Alkoholkonsum. In der Regel muss dieses Problem zuerst beispielsweise mit Hilfe einer Psychotherapie gelöst werden.

Für weiterführende Behandlungen und Entzug können sich Betroffene an Spezialeinrichtungen wenden.

 

 

 

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Datum: Montag, 8. Juli 2013 12:17
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