Alkoholismus in der Partnerschaft

Alkoholismus ist eine folgenschwere Suchterkrankung, derer sich die Erkrankten selten bewusst sind. Bestimmte Anzeichen können helfen, diese in einer Partnerschaft zu erkennen und den Grad der Alkoholsucht zu ermitteln. Gerade Menschen aus dem alltäglichen Leben, wie der Lebenspartner, die Familie oder auch der Freundeskreis, können anhand von bestimmten Merkmalen eine Alkoholkrankheit vermuten.

Aus einer harmlos erscheinenden Gewohnheit, die aufgrund der deutschen Trinkkultur ungefährlich erscheint, kann eine Alkoholsucht resultieren. Beobachtet man eine dauerhafte Dosissteigerung bei seinem Partner, ist erste Vorsicht geboten. Gelegentliche Gedächtnislücken oder häufige Kontrollverluste lassen die Vermutung nahe legen, dass das Trinkverhalten bereits zu negativen Folgen geführt hat. Eindeutig kann man von einer Alkoholsucht sprechen, wenn man psychische oder körperliche Entzugserscheinungen oder bereits Alkoholfolgekrankheiten beim Partner beobachten kann.

Gründe für den Alkoholismus sind individuell verschieden. Die Ursachen können beispielsweise in der Persönlichkeit des Betroffenen liegen, in bestimmten Kindheitserfahrungen oder in schwierigen beruflichen, familiären bzw. partnerschaftlichen Situationen. Berufliche Belastungen, finanzielle Nöten oder Tragödien innerhalb der Familie, wie z. B. der plötzliche Tod eines Angehörigen, können Auslöser für übermäßigen Alkoholkonsum sein. Meistens versucht der Süchtige mithilfe des Alkohols aktuelle Schwierigkeiten auszublenden, aus der Realität zu flüchten und seine inneren Spannungen abzubauen.

Ehepartnern kommt fast immer eine entscheidende Rolle zu. Die Krankheit bricht nicht plötzlich mit aller Macht aus, Alkoholismus entwickelt sich schleichend. So fängt der Suchtkranke langsam an, immer mehr zu trinken. Die Krisen durch zu viel Trinken sind anfangs nicht so schlimm, und werden oft leichtfertig übergangen. So wird ein Vollsuff entschuldigt, das peinliche Benehmen wie Übergeben oder stark auffälliges Verhalten werden vergessen. Irgendwann aber wird es zuviel, eigentlich ist es nicht mehr zu ignorieren. Trotzdem macht der Partner oder die Partnerin weiter. Schließlich soll dem anderen ja geholfen werden. Es folgen Ermahnungen, es wird beim Chef gelogen: „Rufst Du bitte mal an, ich wäre beim Arzt, mir ist heute so schlecht!“. Und der Partner oder die Partnerin ruft dann an, gegen das eigene schlechte Gewissen. Der Grund, dem geliebten Mann oder der Frau doch nur helfen zu wollen, reicht aus.

Diese Verhaltensweisen werden als Co-Alkoholismus bezeichnet und sind auf der einen Seite nur zu verständlich, auf der anderen Seite unterstützen sie den Kranken, und können, wenn sie nicht aufgegeben werden, mit zum Tode führen.
Häufig verfallen Partner von Alkoholkranken zudem in große Selbstzweifel. Um ihr eigenes Fehlverhalten zu überspielen, manipulieren Süchtige ihre Lebensgefährten indem sie ihnen die Schuld am eigenen Alkoholproblem geben. Das wiederum führt dazu, dass der Co-Alkoholiker noch mehr Kraft investiert um dem Kranken zu helfen.
Neben den alltäglichen Problemen, wie Geldsorgen aufgrund des hohen Alkoholkonsums, kann die Sucht zudem zur Vernachlässigung wichtiger Lebensbereiche führen, was letztlich sogar zum Verlust des Freundeskreises, des Führerscheins oder sogar des Arbeitsplatzes führen kann. Es entsteht eine endlose Schleife, die ein harmonisches Zusammenleben unmöglich macht.

 

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Datum: Donnerstag, 21. Januar 2016 14:10
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