Alkoholbedingte Organstörungen und Erkrankungen

Alkohol schädigt in erster Linie die Leber

Übermäßiger Alkoholgenuss kann alle menschlichen Organe schädigen. Hauptsächlich sind aber Nervensystem, Leber und Magen-Darm-Trakt betroffen. In der Regel gilt, je höher die aufgenommene Alkoholmenge und Trinkhäufigkeit, desto gravierender sind die zu erwartenden Gesundheitsschäden.

Übermäßiger Alkoholkonsum kann jedes einzelne Organ des menschlichen Körpers in höchstem Maße bis zur Dysfunktion schädigen. Hauptsächlich sind aber das Nervensystem, die Leber und der Magen-Darm-Trakt betroffen. Andauernder Alkoholmissbrauch erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen und Gesundheitsschäden für Neugeborene.

Die genauen Wirkmechanismen und Ursachen für die Entstehung dieser Erkrankungen sind noch nicht vollständig erforscht. Wissenschaftliche Studien haben in der Mehrzahl einen Zusammenhang zwischen der Dauer des Alkoholmissbrauchs auf der einen Seite und der Häufigkeit des Auftretens und dem Schweregrad der Organerkrankungen auf der anderen Seite festgestellt. In Abhängigkeit vom Geschlecht, der genetischen Veranlagung und dem Konsum anderer Genussmittel wie beispielsweise Zigaretten oder anderen Rauschdrogen sind manche Menschen mehr und manche Menschen weniger von alkoholbedingten Organschäden betroffen.

Hauptsächlich kommt es durch zwei wesentliche Mechanismen zu Folgeschäden durch Alkohol. Erstens durch die direkt giftige Wirkung des Alkohols selbst. Zweitens durch die meist damit einhergehende Mangelernährung, da der Alkoholkonsumierende nicht mehr in der Lage ist, richtig und ausgewogen zu essen. Alkohol greift direkt oder indirekt störend in den Stoffwechsel aller Organe ein. Besonders gefährlich – aber nicht nur – sorgt ein erhöhter Alkoholkonsum für die Entstehung von Lebererkrankungen.

 

Lebererkrankungen durch Alkoholkonsum

Alkoholgenuss verursacht Leberveränderungen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Alkohol hauptsächlich in der Leber verstoffwechselt wird. Bei regel- und übermäßigem Konsum finden sich meistens zuerst Schäden und Erkrankungen der Leber. Angefangen bei einer relativ harmlosen Leberverfettung über Entzündungen (Hepatitis) bis hin zur Leberzirrhose (Schrumpfleber) und Leberkrebs.

Bei einer sogenannten Fettleber handelt es sich primär um eine Lebervergrößerung, die sich in vielen Fällen ohne bleibende Schäden zurückbilden kann, falls keine Leberentzündung vorliegt. Bei Vorliegen einer Leberentzündung ist das Voranschreiten der Leberschäden bis zur Leberzirrhose sehr wahrscheinlich. Häufig auftretende Beschwerden in Abhängigkeit vom Vorliegen einer Leberzirrhose sind Untergewicht (Anorexie), Gelbsucht (Ikterus), Schmerzen im Bauchbereich, Lebervergrößerung, Übelkeit und Erbrechen, erhöhte Blutungsneigung, Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe (Ödeme) und Brustvergrößerungen bei Männern (Gynäkomastie). Ungefähr 50 % der Patienten mit einer Leberentzündung entwickeln im Laufe der Zeit eine Leberzirrhose. Dabei wird das gesunde Lebergewebe umgebaut. Zunehmend bildet sich Bindegewebe und die Leber “vernarbt”. Leberzirrhose führt früher oder später zu Leberversagen mit Gelbsucht, Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe oder erhöhter Blutungsneigung.

Verschiedene Untersuchungen ergaben, dass bei einem täglichen Alkoholkonsum von ca. 30 – 60 g bei Männern (entspricht ungefähr 0,3 bis 0,4 l Wein) und bei Frauen bei mehr als 20 g pro Tag das Risiko für Leberschädigungen in Form einer Leberverfettung, Entzündung oder Leberzirrhose stark ansteigt. Die sogenannte Schrumpfleber (Leberzirrhose) als ein Symptom des Endstadiums von chronischem Alkoholkonsum ist in den Industrienationen die häufigste Ursache für die Entstehung von Leberkrebs.

Die Erkrankungsanfälligkeit der Leber durch Alkohol ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Dies liegt wohl an dem individuell unterschiedlichen Alkoholstoffwechsel, welcher erblich bedingt ist.

Weiterhin führen alkoholbedingte Leberschädigungen zu einer gestörten Fettverdauung und beeinträchtigten Freisetzung der gespeicherten Nährstoffe.

Nicht nur die Leber ist jedoch betroffen von den schädlichen Folgen des Alkoholkonsums. Lesen Sie im zweiten Teil unserer Beitragreihe, welche Organe bei übermäßigem Alkoholkonsum noch gefährdet sind.

 

 

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Datum: Dienstag, 30. Juli 2013 17:19
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