Alkoholbedingte Organstörungen Teil 2

Alkohol schädigt nicht nur die Leber – auch andere Organe sind betroffen

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts

Getränke mit einem Alkoholgehalt bis zu 10 % (vor allem Bier mit seinen Malzanteilen) fördern die Magensäureproduktion. Bei einer Aufnahme von großen Alkoholmengen in kurzer Zeit kann es zu Magenschleimhautschäden bis hin zu einer entzündlichen Erkrankung der Magenschleimhaut (Gastritis) kommen. Häufig ist auch der Dünndarm von solchen Veränderungen und zusätzlich von Beweglichkeitsstörungen betroffen. Diese Faktoren werden für das bei übermäßigem Alkoholkonsum auftretende Erbrechen verantwortlich gemacht.

Weiterhin kann es zu Störungen bei der Nährstoffverwertung kommen. So wird die Aufnahme von Einfachzuckern wie Glucose, bestimmten Aminosäuren und wasserlöslichen Vitaminen wie Folsäure, Vitamin B1 und B12 gestört. Bedenklich ist vor allem der daraus resultierende Folsäuremangel, der wiederum zu einer Störung der Nährstoffaufnahme führt.

Zudem fördert Alkohol das Auftreten von Durchfall (Diarrhö). Dafür verantwortlich ist hauptsächlich die durch Alkoholkonsum verhinderte Natrium- und Wasseraufnahme im Dünndarm.

Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Chronische Alkoholiker entwickeln oftmals eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis). Wissenschaftliche Untersuchungen haben einen Zusammenhang zwischen der täglich aufgenommenen Alkoholmenge und dem Entstehungsrisiko für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung aufgezeigt. Diese wiederum ist durch das Auftreten von starken Schmerzen im linken Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen und Fieber gekennzeichnet. Bei voranschreitendem Krankheitsverlauf kann es zu einem Schocksyndrom kommen, welches nicht selten zum Tod führt. Zusätzlich treten meist Verdauungsstörungen (besonders der Fettverdauung) oder ein Diabetes mellitus auf.

Hormonelle Störungen

Bei Frauen vor den Wechseljahren (Menopause) ist eine Reihe von hormonellen Störungen beschrieben worden, die durch reichlichen Alkoholkonsum bedingt ist. Die Konzentration der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron, welche unter anderem der Steuerung des weiblichen Zyklus und der Vorbereitung der Schwangerschaft dienen, sind bei jüngeren Frauen mit übermäßigem Alkoholgenuss oft vermindert. Zudem liegen oft eine eingeschränkte Funktion der Eierstöcke (Ovarialinsuffizienz), Menstruationsstörungen (Oligomenorrhoe) oder vollständiges Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe) vor.

Wie eine Reduzierung und Selbstkontrolle des Alkoholkonsums erfolgen kann, lesen Sie in unserem Beitrag Tipps für die Reduzierung des Alkoholkonsums.

 

 

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Datum: Donnerstag, 5. September 2013 9:15
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