Alkoholabhängigkeit

Alkoholabhängige sind unfähig, ihren Alkoholkonsum dauerhaft und in Übereinstimmung mit ihrem Wollen zu steuern. Etwa 1,6 Millionen Menschen in Deutschland sind akut alkoholabhängig, Alkoholmissbrauch liegt aktuell bei ca. 2,65 Millionen Menschen vor. Das sind zusammen 6,4 Prozent der Wohnbevölkerung ab 18 Jahren. Männer sind mindestens doppelt so häufig betroffen wie Frauen.

Alkoholabhängigkeit bzw. -sucht entwickelt sich in der Regel langsam. Die Bindung an die Droge Alkohol kann jedoch sehr stark werden und entsprechend schwer zu überwinden sein. Das Fehlen des Alkohols führt bei Abhängigen zu Entzugserscheinungen wie Schlafstörungen, Schweißausbrüchen und morgendlichem Zittern bis hin zu Krampfanfällen, optischen und akustischen Halluzinationen („weiße Mäuse“) und dem „Delirium tremens“ sowie Unruhe, Gereiztheit, vielfältigen Ängsten und depressiven Verstimmungen bis hin zu Selbstmordgedanken. Alkoholabhängige sterben überdurchschnittlich häufig durch Selbsttötung.

Alkoholabhängige sind unfähig, ihren Alkoholkonsum dauerhaft und in Übereinstimmung mit ihrem Wollen zu steuern. Aber: Alkoholabhängigkeit ist nicht eine Frage der konsumierten Alkoholmenge! Es gibt sowohl Alkoholabhängige, die zeitweise abstinent leben („Quartalssäufer“) als auch solche, die zwar ihren täglichen Konsum kontrollieren können, jedoch selbst zu kurzen Abstinenzphasen unfähig sind („Spiegeltrinker“).

Je weiter die Alkoholabhängigkeit bzw. die Suchtentwicklung fortschreitet, desto gravierender werden die körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Schäden. Sie verstärken sich teilweise gegenseitig, so dass Alkoholabhängige ab einem gewissen Punkt immer rascher auf den Zusammenbruch hinsteuern.

Leider gelingt es vielen Alkoholkranken — aus Scham und aus Angst vor dem Verlust ihrer Droge — erst sehr spät, sich ihre Situation einzugestehen und Hilfe anzunehmen.

Ziel der Behandlung ist in aller Regel die völlige Abstinenz, da die Versuche, Alkohol gelegentlich und gemäßigt zu konsumieren, erfahrungsgemäß scheitern. Sie lösen fast immer schwere Rückfälle aus, deren Überwindung die Betroffenen viel Kraft kostet. (Quelle: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen)

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Datum: Mittwoch, 12. Mai 2010 0:54
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